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Segeberg Wird Flüchtlingshaus zu spät gebaut?
Lokales Segeberg Wird Flüchtlingshaus zu spät gebaut?
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19:50 12.01.2018
Von Einar Behn
Das Wohnhaus nach dem „Kieler Modell“ in der Gorch-Fock-Straße ist schon weitgehend fertig. Im Frühjahr sollen hier die ersten Asylbewerber einziehen. Quelle: Einar Behn

 Die Wankendorfer baut in der Gorch-Fock-Straße ein Gebäude nach dem „Kieler Modell“, die Stadt eines am Düsternhoop. Die Fertigstellungen sind für Frühjahr und Sommer geplant. Bis dahin werden wahrscheinlich noch weitere Flüchtlinge anerkannt, die dann kein Wohnrecht mehr in Asylbewerber-Gemeinschaftswohnungen haben. Neue Flüchtlinge sind in den zurückliegenden Monaten Bad Bramstedt nicht mehr zugewiesen worden, weil die zentralen Aufnahmestellen, beispielsweise Boostedt, gar nicht mehr ausgelastet sind.

Das „Kieler Modell“ sieht vor, dass zunächst 29 Zimmer, zwei Gemeinschaftsräume und eine Küche eingerichtet werden. Später, in Phase zwei, können die Häuser dann mit relativ wenig Aufwand in 15 barrierefreie Wohnungen umgebaut werden. Arnold Helmcke (SPD) fragte im Fachausschuss nach, ob das im Bau befindliche Gebäude im Düsternhoop nicht besser gleich für altengerechtes Wohnen gestaltet werden soll.

Doch das lehnt Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach ab. Zurzeit sind die Flüchtlinge in von der Stadt angemieteten Wohnungen einquartiert, unter anderem in einem Gebäude, das ein Privatinvestor extra zu diesem Zweck in der Kieler Straße am nördlichen Ortsausgang gebaut hatte. „Wir haben vielleicht die Möglichkeit, aus längerfristigen Mietverträgen vorzeitig auszusteigen. Die Vermieter haben uns gesagt, dass sie noch andere Verwendungsmöglichkeiten haben“, so Kütbach. Doch selbst wenn alle Asylbewerber in die „Kieler-Modell-Bauten“ umzögen, wären diese nicht voll belegt. Für Helmckes Vorschlag sei es aber zu spät, erklärte Kütbach gegenüber KN-online. Die Bauarbeiten seien bei beiden Häusern so weit fortgeschritten, dass die Zimmer für die Flüchtlinge bereits im Rohbau fertig seien.

Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich aus dem Programm „Soziale Wohnraumförderung“ an dem Hausbau. Spätestens nach fünf Jahren müssen die Flüchtlinge ausziehen und Sozialmieter in die dann umgebauten Wohnungen einziehen. „Wir hatten anfangs Bedenken, ob die fünf Jahre überhaupt reichen“, sagte Kütbach. Dass Bad Bramstedt inzwischen keine Flüchtlinge mehr zugewiesen würden, sei nicht absehbar gewesen, als der Bau der Häuser beschlossen wurde. Allerdings ist Bad Bramstedt auch spät in die Planungen eingestiegen. In Bad Segeberg ist ein gleiches Gebäude bereits seit dem vergangenen Mai fertig. Ein großes Problem sind in Bad Bramstedt zurzeit weniger die Asylbewerber als die bereits anerkannten Flüchtlinge mit Bleiberecht. Sie können zum großen Teil nicht aus den von der Stadt angemieteten Wohnungen ausziehen, weil sie keine neuen finden. Umziehen in die beiden Neubauten sollen sie aber auch nicht. Die Kieler-Modell-Häuser sind ausdrücklich als Gemeinschaftsunterkünfte für eine vorübergehende Aufnahme von Asylbewerbern konzipiert, nicht für dauerhaftes Wohnen.

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