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Segeberg Fachanwalt soll Windpark verhindern
Lokales Segeberg Fachanwalt soll Windpark verhindern
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20:38 23.10.2018
Von Einar Behn
Windenergie ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Doch vor der Haustür wollen auch viele Bad Bramstedter die Rotoren nicht haben. Quelle: Julian Stratenschulte
Bad Bramstedt

 Ein Anwohner sagte: „Als ich mir eine Eigentumswohnung kaufte, wurde mir ein unverbaubarer Blick versprochen.“ Nun wird er wohl bald aus dem Fenster des Mehrfamilienhauses in 1000 Meter Entfernung auf rotierende Windräder gucken zwischen denen die Autobahn 20 verläuft. Die Rotoren werden eine Gesamthöhe 180 Metern haben.

Zwei der insgesamt acht Rotoren sollen als sogenanntes privilegiertes Vorhaben bereits jetzt, trotz Moratorium, eine Genehmigung bekommen. Ein Windenergieunternehmen aus dem Süd-Westen Deutschlands plant dort den Windpark. Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach kritisierte das Verfahren:  Offiziell sei die Stadt nicht informiert worden, weil der Windpark auf Lentföhrdener und Weddelbrooker Gebiet gebaut werden sollen, jedoch dicht an der südlichen Gemeindegrenze von Bad Bramstedt.

Geringe Einflussmöglichkeiten

Die Einflussmöglichkeiten sind gering. Stadtplaner Christoph Stellmacher (Hamburg) erklärte, dass auch die direkt betroffenen Gemeinden als triftige Ablehnungsgründe nur „städtebauliche Aspekte“ anführen können, beispielsweise wenn sei auf der Fläche ein Gewerbegebiet planen. Das ist aber weder in Lentföhrden noch in Weddelbrook der Fall. Ein Vertreter des Nabu berichtete jedoch, dass der geschützte Rotmilan südlich vom Bissenmoor lebe. „Wir haben dem Land konkrete Horste benannt, trotzdem wurde die Vorrangfläche für Windenergie ausgewiesen“, so der Nabu-Vertreter.

Die Hoffnung einiger Windparkgegner ruht auf dem Umgebungsschutz der denkmalgeschützten Maria-Magdalenen-Kirche. Die Untere Denkmalbehörde hatte in einer Stellungnahme bereits die Einhaltung des Fünf-Kilometer-Radius’ um das Kulturdenkmal gefordert. Stellmacher sagte dazu, es handele sich lediglich um ein Abwägungs- aber kein K.O.-Kriterium.

Enge Zusammenarbeit mit Nachbarorten

Kütbach erklärte, die Stadt arbeite in der Angelegenheit eng mit dem Amt Bad Bramstedt-Land zusammen. Neben Weddelbrook ist nämlich auch noch Föhrden-Barl mit einem privilegierten Bauantrag konfrontiert. Bei einem Treffen sei verabredet worden, einen Fachanwalt zu beauftragen, die Interessen der betroffenen Gemeinden gegenüber dem Land zu vertreten. Der soll vor allem noch einmal genau prüfen, ob alle Kriterien seitens des Landes bei der Ausweisung der Vorrangfläche eingehalten wurden.

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