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Segeberg Die schönste Schule wird zum Denkmal
Lokales Segeberg Die schönste Schule wird zum Denkmal
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17:46 16.05.2018
Von Einar Behn
Die heutige Grundschule Am Bahnhof war früher eine "höhere Privatschule" und dann das Jürgen-Fuhlendorf-Gymnasium. Nun steht das Haus unter Denkmalschutz. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt.

Das Schulgebäude war 1911/12 gebaut worden, damals vom „Verein für die Höhere Privatschule“. Der hatte sich schon einige Jahre zuvor gegründet und zunächst für den Unterricht Räume im Landweg angemietet. Schulleiter wurde damals mit staatlichem Segen Pastor Hümpel. Da die Wohnräume für die rasch steigende Schülerzahl nicht ausreichten, fasste der Verein den Beschluss, eine richtige Schule zu bauen. Die Stadtverordneten lehnten den Wunsch des Vereins ab, die Bildungsstätte in städtiche Regie zu übernehmen. Der frühere Lehrer Ernst Neumann, der zur 50-Jahrfeier der Schule eine Festschrift verfasst hatte, mutmaßt, dass wohl ein Vorurteil gegen eine „private Standesschule“ vorgeherrscht habe.

Der Trägerverein hatte jedoch in dem damals gut 2000 Einwohner zählenden Bad Bramstedt 60.000 Reichsmark zusammenbekommen. Das reichte, um mit dem Bau des Schulhauses zu beginnen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges besuchten bereits 171 Kinder die „Realschule e.V.“ wie sie damals hieß. Nach der zehnten Klasse mussten sie nach Bad Oldesloe an eine staatliche Schule wechseln. Das erste Abi war ernüchternd: Nur drei von sieben Bramstedter Schülern bestanden.

1972 zog das Gymnasium aus

Erst in den 1950er Jahren wurde aus der Privatschule – inzwischen waren dort auch Abiturprüfungen möglich – ein staatliches Gymnasium. Das Gebäude wurde rasch zu klein. 1972 wurde die neue Jürgen-Fuhlendorf-Schule fertig, die Schule am Bahnhof wurde zur Grundschule. Manches erinnert noch an die Zeit als Gymnasium, beispielsweise die naturwissenschafltichen Fachräume, in denen immer noch die Wasserinstallationen vorhanden sind. „Es wurde immer sehr behutsam mit dem Gebäude umgegangen“, weiß Volker Brüchmann, der von 1989 bis Januar 2018 die Grundschule leitet. „Es ist die schönste Schule, die wir haben, und ich bin sehr froh darüber, dass sie jetzt unter Denkmalschutz steht.“

Unter Schutz gestellt wurde auch gleich die benachbarte Turnhalle, die bereits 1908 gebaut wurde, damals von der Bramstedter Turnerschaft. „Es handelt sich um eine gut überlieferte Schulbaugruppe aus Schulgebäude und Turnhalle“, schreiben die Denkmalpfleger in ihrer Begründung für die Unterschutzstellung. Was sie besonders interessant finden: Schule und Turnhalle bilden zwei markante Baustile der damaligen Zeit in direkter Nachbarschaft ab. Die Turnhalle sei mit den Rundbogenfenstern noch im „tradierten preußischen Stil verhaftet“. Die Schule dagegen repräsentiere „den damals aktuellen Stil des öffentlichen Bauens.“

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