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Segeberg BBS-Geheimplan geplatzt
Lokales Segeberg BBS-Geheimplan geplatzt
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06:04 29.11.2018
Von Michael Stamp
Die angeblichen Investorenpläne für das Hallenbad in Bad Segeberg haben sich zerschlagen. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Der Bad Segeberger Unternehmer Dr. Hanno Hagemann stellte im Bauausschuss klar, dass er auf Bitten der BBS-Fraktion zwar konzeptionelle Überlegungen zur Zukunft des Hallenbades angestellt hat, aber niemals eine eigene Investition bei diesem Projekt plante. Hagemann: „Ich würde der Stadt auch nicht raten, das so zu lösen.“

Im Oktober hatten die städtischen Ausschüsse von einer Expertin mehrere Neubau- und Sanierungsvarianten zum maroden Hallenbad vorgestellt bekommen. Die Kosten betrugen zwischen 3,6 und 17,1 Millionen Euro – von einer reduzierten Sanierung an alter Stelle bis hin zum kompletten Neubau auf der grünen Wiese. Die Politik tendierte zur 5,6 Millionen Euro teuren Sanierung des Bades mit allen drei Becken (Schwimmer, Nichtschwimmer, Kleinkinder) auf dem heutigen Standort an der Theodor-Storm-Straße.

Doch dann hatte Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) eine sechste Variante ins Spiel gebracht. Hierzu könne er noch nichts sagen, weil er das dem Investor versprochen habe. Die Kommunalpolitiker ließen sich zähneknirschend auf die Verschiebung ein. Bauamtsleiterin Antje Langethal drängte allerdings darauf, dass das Thema bis zur Stadtvertretersitzung am 11. Dezember im Doppelhaushalt für 2019 und 2020 stehen müsse, wenn man nicht allzu viel Zeit verlieren will.

Als nun am Dienstag der Sozialausschuss tagte, richteten sich beim Tagesordnungspunkt „Hallenbad“ alle Augen auf die Mitglieder der BBS-Fraktion.  Doch ins Detail wollte Ralf Schaffer dann wiederum nicht gehen. „Ich kann noch immer keine Namen nennen.“ Es fehle ein letztes Gespräch. Schaffer wurde dann aber doch noch etwas konkreter. Man habe einen Investor angesprochen, ob er sich den Bau eines Hallenbades in Eigenregie vorstellen können. „Interessanterweise hat er uns nicht für verrückt erklärt.“ Es gebe bereits Pläne und Zahlen; im gestern Abend tagenden Bauausschuss werde alles offenbart.

Kernidee sei der Bau eines 25 mal 12 Meter großen Schwimmbeckens (also ein reines Sportbad ohne ergänzende Angebote) – und darüber eine Anlage mit 45 Wohnungen. Mit ihnen werde der Hallenbad-Bau finanziert. Das Gesamtvolumen liege bei 16 Millionen Euro; allein das Bad würde 6 bis 7 Millionen kosten Die Stadt solle das Bad vom Investor mieten und betreiben.

Die Reaktion des Ausschusses war zurückhaltend bis empört. Anna Patricia Thomsen (FDP) verwahrte sich gegen solch einen massiven Bau: „Da kriegen die Anwohner ein Riesending vor die Tür gesetzt.“ Jens Lichte (SPD) war stocksauer: „Ich fühle mich als Stadtvertreter vom BBS nicht ernst genommen. Ich fühle mich verschaukelt. Ich hab’ darauf gehofft, dass Sie das Füllhorn rausholen – aber es ist wieder nur blaue Luft.“

Der Ausschuss sprach sich mit sieben Stimmen für die 5,6-Millionen-Sanierung an alter Stelle aus. Die drei BBS-Vertreter enthielten sich.

Gestern platzte dann die Bombe: Hagemann, der seine Überlegungen im Rathaus bei Schönfeld und Langethal vorstellte, realisierte voller Entsetzen erst da, dass er als Investor angekündigt worden war. „Als Segeberger Jung’ wollte ich der Stadt etwas Gutes tun und zeigen, was für Möglichkeiten es gibt“, erklärte er im Gespräch mit der SZ. „Es stand für mich nie zur Debatte, da selber einzusteigen.“

Er halte das bei einem hochtechnischen Gebäude wie einem Hallenbad auch für nur schwer realisierbar, weil die Miete immens wäre. Hagemann skizzierte, wie solch eine „ÖPP“ funktioniert – eine Öffentlich-private Partnerschaft, bei der ein Wirtschaftsunternehmen ein Gebäude für eine Kommune errichtet. Die Firma sorgt für eine effiziente Leistung, die öffentliche Hand stellt die Nutzung zum Wohle der Allgemeinheit sicher.

Hagemann teilt die Bedenken von Bürgermeister Schönfeld. Dieser hatte im Sozialausschuss angemerkt, dass bei Projekten einer solchen Größenordnung eine europaweite Ausschreibung vorgenommen werden müsste und die Stadt sich nicht einfach einen Investor aussuchen kann. Außerdem hatte Schönfeld erklärt: „Wir hätten dann in der Bauphase zwei Jahre lang kein Schwimmbad und die städtischen Mitarbeiter keinen Arbeitsplatz.“ Zudem wäre die Attraktivität des späteren Bades deutlich niedriger als des jetzigen, weil speziell für den Freizeitspaß etliche Einrichtungen fehlen.

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