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Segeberg Private Kita soll geschlossen werden
Lokales Segeberg Private Kita soll geschlossen werden
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06:00 25.10.2018
Von Michael Stamp
Bei der Abholung der Kinder kam es  zu einer aufgeheizten Diskussion in der Bad Segeberger Innenstadt-Kita: Leiterin Jalila Ott (vorn rechts) und ihre Geschäftspartnerin Fatima Agantour (links daneben) wollen das Aus für die Einrichtung noch abwenden. Unterstützung erfahren sie von Steuerberater Heiko Kanschat (hinten, von links) sowie den Eltern Marion Lewerenz, Christian Raab und Doreen Weiß. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Als die Kinder gestern Mittag aus der Kita abgeholt wurden, fanden sich einige Eltern mit Jalila Ott, einer Geschäftspartnerin und einem Berater zum Krisengespräch zusammen. Für die Eltern kam das Aus der Einrichtung im 1.Stock über der Rossmann-Filiale aus heiterem Himmel. Sie fürchten, dass sie und ihr Nachwuchs nun die Leidtragenden eines Zwistes sind, den Jalila Ott und die Behörden mittlerweile sein Jahren austragen.

Am Montag um 14 Uhr habe der Kreis Segeberg ihr vor der Tür gestanden und die Schließung verkündet, schildert Jalila Ott. Um 14.40 Uhr ging die entsprechende Pressemitteilung per E-Mail an die Medien raus.

Kita-Leiterin Jalila Ott weist alle Vorwürfe des Kreises zurück. Dass nicht genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehe, könne ja gar nicht sein. „Ich habe von Anfang an dieselben Mitarbeiter. Dann hätten sie mir ja 2013 gar nicht erst die Betriebserlaubnis geben dürfen.“ Dass die Kleinkinder in einem Raum ohne Fenster schliefen, sei unterdessen behoben worden.

Die Vorwürfe der Behörde sind vielfältig. Durch nicht geeignete Räume und fehlende Fachkräfte sieht der Kreis das Kindeswohl gefährdet. Auch habe Jalila Ott weder erweiterte Führungszeugnisse noch berufliche Weiterbildungen nachgewiesen. Auch hier widerspricht sie. Sie habe den geforderten „Papierkram“ stets geliefert.

Unterstützt wird sie von dem Hamburger Steuerberater Heiko Kanschat. Seinen Worten nach ist die geplante Einrichtung einer dritten Gruppe für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren der Knackpunkt gewesen. Für diese Gruppe habe Jalila Ott eine GmbH gründen wollen, weil die Kita als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auf 20 Kinder begrenzt war. Der Kreis betrachte die Lage nun aber so, dass die GmbH die GbR komplett abgelöst hat – und damit sei die Betriebserlaubnis erloschen. Das Verwaltungs- und das Oberverwaltungsgericht Schleswig bestätigten diese Rechtsauffassung.

Jalila Ott hat unterdessen eine neue Betriebserlaubnis auf Grundlage der GbR beantragt. Das hält der Kreis aber für aussichtslos. Laut Pressesprecherin Sabrina Müller sieht die Behörde bei Jalila Ott nicht „die erforderliche Zuverlässigkeit“.  Jalila Ott will versuchen, gerichtlich gegen die Schließung vorzugehen. Die Chancen dürften minimal sein – wenn überhaupt.

Die 39-jährige Kita-Chefin bestreitet darüber hinaus den Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs. Sie soll den Kreis laut Staatsanwaltschaft um 33000 Euro an Zuschüssen für Eltern geprellt haben, die sich die Kita-Gebühren nicht leisten können. Jalila Ott beteuert, sie habe korrekt abgerechnet und bekomme selbst noch 94000 Euro vom Kreis, da sie seit fünf Monaten keine Zuschüsse erhalten habe. Sie vermutet persönliche Motive, da sie auch seit Jahren mit der Stadt im Streit liege. „Die stecken doch alle unter einer Decke. Da haben sich zwei Mächte zusammengetan.“

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