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Schulden von 60 Milllionen sollen abgebaut werden

Bad Segebergs Bürgermeister will Ihlsee-Strandbad verkaufen

Von Michael Stamp

„Lieber die grausame Wahrheit als eine barmherzige Lüge“ - Bürgermeister Dieter Schönfeld will den Haushalt der Stadt unter anderem durch den Verkauf des Strandbades Ihlsee sanieren. Auch der Vekauf des Altenpflegeheim Eichenhof Christiansfelde und des Fledermauszentrums Noctalis gehören zu seinen „Denksportübungen“, wie er die Überlegungen nennt.
Verkauft die Stadt Bad Segeberg das Strandbad Ihlsee? Bürgermeister Dieter Schönfeld erwägt dies.

Verkauft die Stadt Bad Segeberg das Strandbad Ihlsee? Bürgermeister Dieter Schönfeld erwägt dies.

© Heimbach

Bad Segeberg. Im Moment kann die Stadt Bad Segeberg das Strandbad gar nicht verkaufen – und zwar aus einem einleuchtenden Grund: Es gehört ihr überhaupt nicht mehr. Es wurde vor Jahren an die viel diskutierte Mittelzentrums-Holding (MZH) veräußert. „Das Grundstück hat einen Wert von 700000 Euro“, erklärt Schönfeld. Mit dieser Summe würde er gern den städtischen Haushalt entlasten – und zwar auf einem Umweg.

 Die Stadt Bad Segeberg muss der Holding in diesem Jahr etwa 910000 Euro an Verlusten ausgleichen. Auch Wahlstedt zahlt zusätzlich einen Anteil. „Das Ihlseegrundstück wäre fast eine Jahresumlage für uns“, sagt Schönfeld. In der Holding sind der Stadtbus, die Schwimmbäder und der Energieversorger ews organisiert. Die Karl-May-Spiele sollen nach der Beinahe-Insolvenz mit dem Spaßbad „FehMare“ zügig aus der Konstruktion herausgelöst werden. Deren Gewinne – nach Steuern – von etwa 600000 Euro landen bei der Stadt.

 Landrätin Jutta Hartwieg hatte, wie Schönfeld betont, den Bad Segebergern einige geplante Kreditaufnahmen über 200000 Euro aus dem Haushalt gestrichen. Die Stadt wird insgesamt von Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro geplagt. Allein das Defizit bei den laufenden Kosten in diesem Jahr beträgt 5,4 Millionen Euro. Durch Sonderzahlungen an Fehmarn summiert sich das Minus auf 11 Millionen Euro. Daher sei es an der Zeit, drastisch zu sparen.

 „Schönfeld überlegt, das Strandbad an den Verein der Frühbader zu verkaufen. Diese rund 330 Mitglieder starke Gruppe hat das Privileg, außerhalb der Öffnungszeiten des Badebetriebs im Ihlsee zu schwimmen. Mit 20 Euro für den Schlüssel eines Tores im Zaun neben dem Strandbad ist alles abgegolten. Sollten sich alle Mitglieder das Grundstück gemeinsam kaufen, wären das gut 2000 Euro pro Nase. Wenn nicht alle mitmachen – wovon auszugehen ist – wird die Angelegenheit entsprechend teurer. Über einen Vertrag soll geregelt werden, dass der Verein das Bad auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellt und nicht nur intern.

 Schönfelds Argumentation: Ein Zurückkaufen des Strandbades von der MZH kann sich die Stadt nicht leisten. In der Holding ist das Bad aber permanent von einer Insolvenz bedroht – nämlich in dem Fall, dass Bad Segeberg finanziell nicht mehr in der Lage ist, die Verluste der MZH auszugleichen. Dann würde das Ihlsee-Areal versteigert.

 „Ich betrachte mich deshalb als Retter und nicht als Verräter“, sagt der Bürgermeister. „Dass die Stadt irgendwann nicht mehr handlungsfähig sein könnte, ist für mich die größte Horrorvorstellung. Die Lage ist höchst dramatisch.“ Ein Verkauf des Strandbades an den Verein der Frühbader habe ja das Ziel, die Anlage zu erhalten und nicht, sie zu schließen. Bis Ostern 2013 soll der Verein ein Konzept vorlegen, damit der Verkauf bis Anfang 2014 angewickelt werden kann. Das Hallenbad soll in den Händen der Stadt bleiben. Dafür würde sich auch nie ein Käufer finden, weil das Bad jährlich 500000 Euro Verlust macht.

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