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Schutzgebiet wird durchgeforstet

Kaltenkirchen Schutzgebiet wird durchgeforstet

Auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände Moorkaten bei Kaltenkirchen sind seit kurzem die Forstarbeiter damit beschäftigt, Waldflächen kräftig durchzuarbeiten. „Etwa 3000 Festmeter Holz werden hier rauskommen“, erklärt Revierleiterin Beatrix Schwarz.

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Beatrix Schwarz ist Försterin und betreut die Kaltenkirchener Heide.

Quelle: Nicole Scholmann

Kaltenkirchen. Mehrere große Forstmaschinen eines externen Unternehmens sind im Wald unterwegs und kümmern sich vor allem darum, Nadelbäume zu entnehmen. Die jungen Laubbäume wie Eichen und Buchen sollen so mehr Platz und Licht zum Wachsen erhalten. Fichten, Kiefern und Douglasien müssen weichen.

Die Kaltenkirchener Heide mit ihren 460 Hektar wird seit zehn Jahren nicht mehr als Militärgelände genutzt, die Bundeswehr ist abgezogen. Zurückgeblieben sind große Heideflächen mit Feldlerchen und Borstgras, beides schützenswert. Moorkaten ist inzwischen ein Fauna-Flora-Habitat (FHH), gehört zum Nationalen Naturerbe und hat damit den größten europäischen Schutzstatus. Einige der Flächen sind als Ausgleich für die geplante Autobahn 20 vorgesehen, wie Schwarz berichtet. Harvester und Rückefahrzeuge sind derzeit jeden Tag dabei, die vorher von Schwarz markierten Bäume zu fällen, zu sägen und in großen Stapeln zu legen.

Noch zwei Wochen sollen die Fällarbeiten dauern. In dieser Zeit sind die Flächen, in denen Harvester und Rückefahrzeug tätig sind, für Spaziergänger gesperrt. Gut 60 Hektar Wald werden durchgeforstet.

Das Schutzgebiet ist ein beliebter Treff für Hundebesitzer und Spaziergänger – mit all den auch negativen Folgen für die Natur. „Hunde müssen an der Leine bleiben“, sagt Beatrix Schwarz. Zudem dürfen die Wege nicht verlassen werden. Daran würde sich bedauerlicherweise nicht alle halten. Ein großes Problem sind zudem Motorcrossfahrer, die heimlich und unerlaubt kreuz und quer durch die Botanik fahren. „Die fahren fröhlich über die ganze Fläche. Ich habe schon mehrere Hinweisschilder aufgestellt, die kurz danach zerstört waren. Einmal haben die sogar den Pfahl mit rausgezogen, an dem es befestigt war“, berichtet Schwarz.

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