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Segeberg Baustart für die Neue Mitte
Lokales Segeberg Baustart für die Neue Mitte
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00:17 28.01.2013
Von Michael Zwicker
Das alte Bahnhofsgebäude wird saniert und erhält einen Anbau. Ein Fast-Food-Restaurant soll dort einziehen. Als Mieter ist Burger King im Gespräch. Quelle: Michael Zwicker
Kaltenkirchen

„Das lange Bangen um die Gestaltung des Bahnhofsgeländes hat ein Ende. Wir dürfen uns auf ein großes und positives Stück Stadtentwicklung freuen“, lobte Bürgermeister Hanno Krause den Investor. Die Ferox-Immobiliengruppe (mit Hauptsitz in Wuppertal) möchte auf ihrem rund 18000 Quadratmeter großen Grundstück vier unterschiedlich große Neubauten hochziehen sowie den alten AKN-Bahnhof sanieren und mit einem Anbau versehen. Die Gesamtkosten werden auf mehr als 20 Millionen Euro veranschlagt.

 Für den größten Bauabschnitt mit dem Block, in den ein Sky-Markt einziehen wird, begannen gestern Mittag offiziell die Bauarbeiten. Das Gebäude wird 85 Meter lang, 45 Meter breit und bis zu knapp 12 Meter hoch. Der Sky-Verbrauchermarkt erhält darin etwas mehr als 3000 Quadratmeter Mietfläche. Zwei Drittel davon sind für den Verkauf vorgesehen. Damit wird der Platz zur Warenpräsentation im neuen Sky-Markt gut doppelt so groß wie am jetzigen Standort in der Schulstraße. „Wir wollen im Herbst einziehen. Es wird ein sehr schöner Markt“, sagte Dierk Berner, Geschäftsführer der Abteilung für Immobilienwirtschaft der Coop-Genossenschaft in Kiel, deren bekannteste Vertriebslinie Sky ist. Das Gebäude mit dem Sky-Markt erhält ein Parkdeck mit 95 Stellplätzen. Vor dem Hauteingang sind rund 100 weitere Stellplätze geplant.

 „Wir sind fest entschlossen, auch die anderen Gebäude zu errichten, denn wir können es uns nicht leisten, Flächen brach liegen zu lassen“, betonte Ferox-Projektentwickler Philipp Roth. In Kürze sollen weitere Bauanträge bei der Kreisverwaltung eingereicht werden. Geplant sind in den anderen Blocks mit Läden, Büros und Wohnungen. Verhandlungen mit etlichen Mietinteressenten stünden kurz vor dem Abschluss, teilte Philipp Roth mit. „Es handelt sich um Unternehmen aus den Bereichen Textil und Schuhe. Auch ein Blumenhandel und ein Friseur haben Interesse“

 Dass die Drogerie-Kette Budnikowsky in den Neubau einziehen und damit erstmalig in Kaltenkirchen präsent sein will, ist schon länger bekannt. Der Discounter-Kette Norma ist ebenfalls im Gespräch und wäre auch ein Neuling in der Stadt. Umziehen innerhalb Kaltenkirchens an die „Neue Mitte“ am Bahnhof möchte der Bäcker Andresen vom jetzigen recht beengten Standort in der Holstenstraße. Zwischen dem sogenannten Wassertor auf dem Holstenplatz und dem Hauptzugang zum Bahnhof soll ein Pavillon entstehen. Bäcker Andresen kann dort ein Café eröffnen und auch draußen Tische und Stühle aufstellen.

 Auch für die Nutzung des alten Bahnhofs, den die Ferox-Immobiliengruppe mitgekauft hat, gibt es neue Pläne, nachdem die Kaltenkirchener Bank von einem Umzug in das historische Gemäuer Abstand genommen hat. Das markante Haus, in dem sich seit Jahren im Erdgeschoss ein AKN-Servicebüro und in der oberen Etage seit ein paar Tagen das Ferox-Baubüro befindet, soll saniert und um einen Anbau erweitert werden. „Die Immobilie wird sich dann optimal für Gastronomie eignen. Wir stehen mit einem Betreiber von Fast-Food-Restaurants in Verhandlungen“, sagte Ferox-Mitarbeiter Roth, ohne einen Namen nennen zu wollen. Nach Informationen der Segeberger Zeitung möchte Ferox eine Burger-King-Filiale als Mieter gewinnen. „Sobald die Verträge unterschrieben sind, kann ich Ihnen mindesten vier Namen von neuen Mietern nennen. Die Nachfrage ist groß. Insgesamt sind 10000 Quadratmeter Mietfläche für Läden, Büros und Wohnungen vorgesehn. Für Geschäfte sind nur noch rund 300 Quadratmeter frei“, so Roth.

 Sämtliche Neubauten wird im Auftrag der Ferox der Generalunternehmer Ten Brinke errichten. Die Firma hat schon vorige Woche damit angefangen, Mutterboden abzutragen. Jahrelang war auf der Fläche am Kaltenkirchener AKN-Bahnhof nur Gras gewachsen. Mehrere angekündigte Starttermine des früheren Eigentümers - der international tätige Gazit-Konzern mit Hauptsitz in Israel - für den Bau eines großen Wohn- und Geschäftszentrums wurden nicht eingehalten. Im vergangenen Frühjahr kaufte Ferox der Gazit-Gruppe, die aus finanziellen Gründen alle Bauabsichten gestoppt hatte, das Grundstück ab. Übernommen wurde damit auch ein Großteil der Baupläne.

 „Mit dem Alteigentümer gab es viel Ärger. Dafür klappt die Zusammenarbeit mit der Stadt und der AKN umso besser“, betonte Ferox-Projektentwickler Roth. „Kaltenkirchen hat inzwischen 21000 Einwohner. Die Innenstadt ist in den vergangenen Jahren nicht mitgewachsen. Das Ferox-Bauprojekt wird für eine positive Entwicklung sorgen“, freute sich Bürgermeister Hanno Krause. Er will im Auge behalten, was mit der zurzeit noch vom Sky-Markt genutzten Immobilie an der Schulstraße geschehen wird. „Einen anderen Verbrauchermarkt an dieser Stelle wird es wahrscheinlich nicht geben. Aber sonst kann ich mir dort alles Mögliche vorstellen, auch Wohnungen.“

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