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Segeberg Jede Mülltonne wird digital überwacht
Lokales Segeberg Jede Mülltonne wird digital überwacht
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07:00 10.10.2018
Von Gerrit Sponholz
Mit einem Chip sollen alle 180000 Tonnen des Wege-Zweckverbandes (WZV) ausgerüstet werden, erklärt Dr. Julia Hobohm, Leiterin der WZV-Abfallwirtschaft. Damit lässt sich jede Tonne identifizieren, Haushalten zuordnen und die Entleerung kontrollieren. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Der Chip ist etwa so groß wie ein Puck oder eine Zwei-Euro-Münze. Er kostet 1 Euro, der zeitliche Aufwand für den Einbau 2 Euro pro Tonne. Der Chip wird am oberen Rand der Tonne (Schüttkamm) befestigt. Er hat eine Codenummer, die die Tonne identifiziert und einem Grundstück zugeordnet wird. Außerdem wird jede Tonne mit einem Barcode-Etikett versehen. Es enthält die exakte Aufstelladresse, die Behältergröße und die Abfallart (Restmüll, Altpapier, Biomüll).

Jede Tonne wird erfasst

Beide, Chip und Barcode, werden bei der Ausrüstung der Tonne mit Hilfe eines Handlesegerätes „verheiratet“, also miteinander gekoppelt. Ein Lesegerät am Müllwagen erkennt den Chip beim Kippvorgang. Datum und Uhrzeit sowie der Standort (mit GPS-Ortung) jedes Leerungsvorgangs werden festgehalten. Laut WZV erfüllt der Transponder alle Vorschriften zur Informationstechnik und zum Datenschutz.

Modellgemeinde wird Ellerau sein. Die Gemeinde mit 6200 Einwohnern muss ab Juli 2019 ohnehin ihre Verwaltungsarbeit neu sortieren, wird sie nicht mehr von Norderstedt erledigen lassen, sondern von der Stadt Quickborn. In Ellerau werden deshalb erstmals die Tonnen mit jeweils einem Chip versehen werden. Auch die Abrechnung der Müllgebühren soll dann der WZV übernehmen. Bislang erledigen dies die Ämter vor Ort. Ab 2020 soll das übrige WZV-Gebiet folgen mit dem Verchippen der Tonnen sowie der Verrechnung nur noch beim WZV.

Keine Trittbrettfahrer mehr

Der Verband erhofft sich mehrere Effekte: Die Inventarliste über den Tonnenbestand wird klarer, die Abrechnung der Müllgebühren ebenfalls. In beiden Punkten lagen Ämter und WZV manchmal weit auseinander. Außerdem gibt es keine Trittbrettfahrer mehr. Denn künftig werden keine ungechippten Tonnen mehr geleert. Manche Bürgern stellen derzeit noch Fremdtonnen mit an die Straßenränder zum Entleeren.

Mit dem Chip könnten die Fahrzeuge auf die Tonne genau erfassen, wann und wo sie wie oft geleert wurde. Datenschutzbedenken wegen des Chips hatte Karin David, Bürgermeisterin von Dreggers und Vorsitzende des Ausschusses, nicht. „Jedes Haustier wird heutzutage gechippt.“

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