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Segeberg Mordprozess zum Que-Danceclub beginnt
Lokales Segeberg Mordprozess zum Que-Danceclub beginnt
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09:00 11.10.2018
Von Michael Stamp
Vor dem Que-Danceclub in Bad Segeberg ereignete sich am 15. April eine blutige Messerstecherei. Quelle: Thorsten Beck
Bad Segeberg

Ereignet hatte sich das brutale Geschehen am 15. April dieses Jahres. Gegen 2.15 Uhr klingelte bei der Rettungsleitstelle das Telefon. Es ging ein Notruf von der Rosenstraße in Bad Segeberg ein. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann habe mehrere Menschen mit der Klinge niedergestreckt. „Auf dem Parkplatz soll der Angeklagte dem Geschädigten mit einem Messer zielgerichtet eine Schnittwunde am Hals zugefügt haben“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Kiel mit der Ankündigung des Prozesses. Täter und Opfer hatten sich offenbar nicht gekannt.

Die Motive des Täters, der aus Rendsburg stammen soll, liegen im Dunkeln. „Es liegen derzeit Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Täters vor“, erklärte Polizeisprecher Dirk Scheele. Laut Staatsanwaltschaft ist der Mann derzeit „untergebracht“, was im Fachjargon bedeutet, dass er in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses einsitzt.

Doch mit diesem gefährlichen Messerstich war die Bluttat am Que noch nicht beendet. Zunächst hat der Rendsburger laut Staatsanwaltschaft versucht, eine Art Notwehrsituation zu inszenieren. „Der Angeschuldigte soll sich selbst in den Arm geschnitten und behauptet haben, dass der Geschädigte das gewesen sein soll“, teilt die Behörde weiter mit. Doch die Lage am Que-Danceclub hatte sich in jener Nacht noch deutlich stärker zugespitzt und einen weiteren Menschen in akute Lebensgefahr gebracht.

Drei weitere Prozesstage sind bereits terminiert

Ein Zeuge kam hinzu und musste nach Worten der Anklagebehörde mit ansehen, wie der Täter mehrmals auf den Kopf des am Boden liegenden Mannes trat. Dabei soll er gesagt haben: „Wenn du so weitermachst, stirbst du!“ Der Zeuge versuchte, den wütenden Angeklagten von seinem Opfer wegzuziehen; doch der hilfsbereite Passant hatte nicht mit der Waffe des Angeklagten gerechnet. Erneut sauste laut Staatsanwaltschaft die Klinge durch die Nacht. Auch dem Zeugen habe der Rendsburger zielgerichtet eine Schnittwunde am Hals zugefügt und ihn dadurch schwer verletzt. Nach Informationen der Segeberger Zeitung war der Täter zuvor vom Sicherheitspersonal des Lokals am Eingang abgewiesen worden.

Der Rendsburger wurde noch auf dem Parkplatz des Danceclubs festgenommen. Unterdessen kümmerte sich medizinisches Personal um die beiden Opfer des Messerstechers. Einem 23-jährigen Bad Segeberger wurde mit einer Notoperation das Leben gerettet. Das zweite Opfer, ein 29-jähriger Kieler, musste ebenfalls mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wertet die Taten nun als versuchten Mord und wird versuchen, die 35. Strafkammer des Landgerichts von dieser Sichtweise zu überzeugen. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Nach dem Auftakt am 19. Oktober soll es Folgetermine am 23. Oktober sowie am 8. und 15. November geben.

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