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Segeberg Bücherschrank für jedermann
Lokales Segeberg Bücherschrank für jedermann
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19:00 18.07.2014
Von Detlef Dreessen
Mitten auf dem Sudetenplatz steht der „Trappenkamper Bücherschrank“. Initiatorinnen sind Ursel Petersen (links) und Anne Hogrebe.
Trappenkamp

Ursel Petersen und Anne Hogrebe hatten die Idee und waren damit bei Bürgermeister Harald Krille auf offene Ohren gestoßen. Zunächst hätten sie an eine Telefonzelle als Open-Air-Bücherei gedacht, wie sie bereits in manchen Großstädten steht. Krille war dann aber doch eher für eine rustikale Form. Nach langem Suchen habe man sich auf ein Häuschen der Bad Segeberger Galerie Peters geeinigt. Die werden in der Bad Segeberger Fußgängerzone für verschiedene Zwecke genutzt.

 Am Sonnabend soll das Häuschen unter Leitung des Hamburger Kunststudenten Philipp Prinz von Besuchern des Jugendzentrums angemalt werden. Diese Aktion sponsert das örtliche Architekturbüro Feddersen. Außerdem soll ein Schild mit der Aufschrift „Trappenkamper Bücherschrank“ aufgehängt werden.

 „Wir wollen keine Konkurrenz zur Bücherei sein“, betonte Ursel Petersen. Das sieht auch Bibliothekarin Mareile Petersen so, die einen Teil der Erstausstattung spendiert. Die Platzierung auf dem Sudetenplatz soll eine „Verführung zum Lesen“ sein, erklärte Anne Hogrebe.

 Menschen, die nicht in die Bücherei kommen, sollten beim Anblick des Schrankes und seines Inhaltes Lust auf Lesen bekommen. „Vielleicht wird es auch zum kommunikativen Treffpunkt, an dem die Leute über die Bücher sprechen.“ Jeder Passant kann sich ein Exemplar mitnehmen oder auch eigene ausgelesene Bücher hinbringen. Drei Regalbretter mit etwa 120 Zentimetern Breite bieten Platz für vielfältige Literatur. Für Bildbände ist auf dem Boden Platz.

 Gerade im heutigen Medienzeitalter sei es gut, dass das Buch mit diesem öffentlichen Bücherschrank mitten in Trappenkamp in den Fokus gerückt wird, findet Anne Hogrebe. Sie hofft, dass die Trappenkamper „ihren“ Bücherschrank so ins Herz schließen, dass sie ihn nicht nur pfleglich behandeln, sondern auch bei schlechtem Wetter mal beim Vorbeigehen die Türen schließen.

 Allzu viel Sorge, was mit den Büchern und dem Häuschen passieren könnte, dürfe man aber nicht haben, sagte Ursel Petersen. „Man muss es einfach einmal wagen.“

 Ähnliche öffentliche Bücherschränke wurden in jüngerer Zeit im Kreis Segeberg unter anderem in Oering und Hartenholm aufgestellt.

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