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Segeberg Bürgerinitiative gegen Fracking
Lokales Segeberg Bürgerinitiative gegen Fracking
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00:51 26.07.2014
Von Einar Behn
Das Erlaubnisfeld Bramstedt erstreckt sich von Barmstedt bis nördlich von Neumünster. Ein kanadischer Konzern vermutet hier Gasvorkommen, die mit Fracking erschlossen werden sollen.
Bad Bramstedt

In der Auenland-Region, die sich über Teile der Kreise Pinneberg, Steinburg und Segeberg erstreckt, liegt das sogenannte „Erlaubnisfeld Bramstedt“, für das das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld als Bergbehörde Schleswig-Holsteins dem kanadischen Unternehmen PRD Energy eine sogenannte Aufsuchungserlaubnis erteilt hat. PRD Energy hat sich damit die Alleinuntersuchungsrechte für dieses Gebiet gesichert. Eine Bohrgenehmigung, geschweige denn eine Frackingerlaubnis ist damit aber nicht ausgesprochen worden. Kritiker sehen darin jedoch einen ersten Schritt, mittels der umstrittenen Methode Erdgas zu fördern.

 Die Bürgerinitiative Frackingfreies Auenland hat zu einem ersten Treffen am Dienstag, 5. August, in der Gaststätte „Zur Tankstelle“ (Rosentwiete 34) in Brande-Hörnerkirchen (Kreis Pinneberg) eingeladen. Beginn ist um 19.30 Uhr. Dr. Reinhard Knof wird einen Vortrag zum Thema „Was plant die PRD Energy vor Ihrer Haustür?“ halten.

 Beim sogenannten „unkonventionellen Fracking“ wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und von den Unternehmen nicht genannten Chemikalien unter hohem Druck in Ton- oder Schiefergestein gepresst, das in rund 3000 Meter Tiefe liegt. Diese Schichten werden dadurch aufgebrochen, um bisher unerschlossene Gasreserven frei zu setzen. Die Auswirkungen vor allem auf das Grundwasser sind weitgehend unerforscht. Auch muss der Rückfluss des Gemisches entsorgt werden, was aus Umweltschutzgründen ebenfalls als bedenklich gilt.

 In den USA wird diese Methode großflächig angewendet, wodurch die Weltmacht erheblich unabhängiger von Ölimporten wurde. In Deutschland wird Fracking dagegen weitgehend abgelehnt. Die Bundesregierung hatte sich Anfang des Monats auf ein Eckpunktepapier geeinigt, wonach unkonventionelles Fracking nur zur wissenschaftlichen Erprobung außerhalb von Wasserschutzgebieten erlaubt werden soll und auch nur, wenn die Unbedenklichkeit der Chemikalien sichergestellt sei.

 Auch die Stadt Bad Bramstedt, die mitten im „Erlaubnisfeld“ liegt, hat sich gegen Fracking auf ihrem Gebiet ausgesprochen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Dezember letzten Jahres eine entsprechende Resolution an die Landesregierung verabschiedet.

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