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Segeberg Café Kunterbunt ist offen für Demente
Lokales Segeberg Café Kunterbunt ist offen für Demente
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20:17 11.04.2018
Tina Wittern hat sich zur Demenz-Partnerin schulen lassen. In ihrem Café Kunterbunt in Weede-Steinbek weiß sie mit Erkrankten umzugehen. Quelle: Nadine Materne
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Weede-Steinbek

„Ich bin Demenz-Partner", steht schon am Eingang zum Café Kunterbunt von Tina Wittern in Steinbek. Jeder soll bei ihr Willkommen sein. Experten wie Anneke Wilken vom Kompetenzzentrum Demenz in Norderstedt wünschen sich noch viel mehr solcher Vorbilder. Denn Teilhabe sei wichtig, oft wirke Demenz isolierend: „Die Betroffenen trauen sich nicht mehr raus, weil sie sich ein paar mal verlaufen haben“, erklärt Wilken.

Gelassenheit ist wichtig

Aber auch die Angehörigen mieden mit fortschreitender Krankheit und Problemen oft die Öffentlichkeit. Auch bei Tina Wittern stand schon ein demenzkranker Gast in der Küche. Damals sei sie irritiert gewesen. „Ich hatte bis dahin keine Erfahrung mit Demenzkranken", sagt die gelernte Illustratorin, die vor zwei Jahren das Hofcafé von den Eltern übernommen hat. Der Vorfall war für Wittern Anlass, sich schulen zu lassen. Wenn jetzt ein demenzkranker Gast in der Küche die Toilette sucht, reagiert sie gelassen und zeigt den richtigen Weg.

Der richtige Umgang mit Erkrankten ist wichtig. Geduld sei vor allem gefragt, weiß Wittern. Aber die wichtigste Lektion: „Nicht diskutieren, das führt zu nichts.“

„Demenzkranke leben in ihrer eigenen Welt“, sagt Expertin Wilken bei einem Vortrag im Hofcafé. Wenn etwa der an Demenz Erkrankte der Meinung sei, der Löffel für die Suppe ist kaputt – dabei hat er eine Gabel in der Hand – nütze es nichts, ihn auf diesen Fehler hinzuweisen. Sondern: Verständnis zeigen und einen „heilen“ Löffel holen.

Kompetenzzentrum bietet Schulungen

Gastronomen können sich – wie jeder andere auch – vom Kompetenzzentrum Demenz schulen lassen - und Demenz-Partner werden, sagt Wilken. Bisher sei das Café Kunterbunt das einzige mit diesem Status in der Region. Umso mehr Menschen über Demenz informiert sind, desto leichter sei es für Betroffene und deren Angehörigen, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Von Nadine Materne

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