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Segeberg Geglückte Rückkehr ins Arbeitsleben
Lokales Segeberg Geglückte Rückkehr ins Arbeitsleben
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07:00 13.07.2018
Im Sozialkaufhaus freut sich die Chefin, wenn jemand woanders einen Arbeitsvertrag unterschreibt: Chris Martin Peters an einem seiner letzten Arbeitstage in der Damenoberbekleidungsabteilung mit Teamleiterin Susanne Heidel. Quelle: Christine Noack
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Bad Bramstedt

 Die Teamleiterin strahlt, wenn Chris Martin Peters und Katrin B. von ihren neuen Arbeitsverträgen berichten, auch wenn damit zwei versierte Mitarbeiter in der Damenoberbekleidungsabteilung fehlen werden. Das Sozialkaufhaus im Maienbeeck, betrieben von der Diokanie Altholstein, ist kein gewöhnliches Warenhaus: Alles, was hier verkauft wird, stammt aus Spenden, und wer hier beschäftigt ist, hat gewöhnlich eine lange Phase der Arbeitslosigkeit hinter sich.

Rückkehr auf den ersten Arbeitsmarkt

25 Teilnehmer werden hier über einen Zeitraum von im Schnitt neun Monaten fit gemacht, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sie lernen, was im Verkauf wichtig ist, wie ein Lager funktioniert und wie es im Umgang mit Kunden gut klappt. Doch was noch wichtiger ist: Sie werden Teil eines Teams, das ihre Arbeitskraft und Talente braucht und darauf zählt, dass sie morgens pünktlich auf der Matte stehen.

Tagesrhythmus verloren

Das schien für Chris Martin Peters anfangs die größte Herausforderung zu sein. „Morgens habe ich mich hoch gequält“, erinnert der 37-Jährige sich, „Das frühe Aufstehen fiel mir nach vier Jahren Arbeitslosigkeit echt schwer.“ Ohne Job verschob sich nach und nach der ganze Tagesrhythmus.  Die Arbeit im Kaufhaus half ihm wieder zu einen geregelten Ablauf. Nach einem Jahr startete er eine Umschulung zum Verkäufer, doch im Fernlehrgang fehlte ihm die persönliche Ansprache. „Ds war nichts für mich. Wenn ich hier im Kaufhaus eine Frage habe, kann ich zu Frau Heidel gehen.“ Er brach die Umschulung ab und startete einen neuen Anlauf im Sozialkaufhaus, diesmal mit dem festen Vorsatz, feste Arbeit zu finden. Das hat geklappt, in Kürze beginnt seine Einarbeitung in der Warenannahme und -kontrolle eines großen Lebensmittelhändlers.

In ein tiefes Loch gefallen

Nur mit einem virtuellen Gegenüber zu arbeiten, das schreckt Katrin B. nicht. Sie absolviert am heimischen PC die Schulung für den Kundenservice eines Onlinehändlers. „Das hat auch Vorteile, wenn man im Schlafanzug und mit einer Tasse Kaffee mit der Arbeit beginnen kann“, sagt die 59-Jährige lachend. 30 Jahre im Verkaufsinnendienst hatte sie hinter sich und war gerade zu einem amerikanischen Unternehmen gewechselt, als das in eine Krise geriet und sie entlassen wurde. Katrin B. pflegte ihre Mutter, als diese schließlich starb, fiel sie in ein tiefes Loch. Im November 2016 vermittelte das Jobcenter sie dann in die Beschäftigungsmaßnahme im Sozialkaufhaus.

Das Sozialkaufhaus im Maienbeeck 6 ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 14 Uhr geöffnet

Von Christine Noack

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