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Bernd Stelter in Wahlstedt

Dem Volk aufs Maul geschaut


Fünf Jahre hatte es gedauert, den Kabarettisten, Komiker und Schriftsteller Bernd Stelter ins Kleine Theater am Markt in Wahlstedt zu bekommen. So war denn auch binnen kurzer Zeit der Abend ausverkauft.
Nach der Show gab Stelter vielen begeisterten Zuschauern Autogramme.

Nach der Show gab Stelter vielen begeisterten Zuschauern Autogramme.

© Peter J. Strehmel

Wahlstedt. Der 1961 in Unna geborene Akteur erlebte eine triumphale Wahlstedt-Premiere. Zweieinhalb Stunden sorgte er für beste Unterhaltung.„Machen wir uns einen schönen Abend!“ lud Stelter sein Publikum ein. Schließlich laute der Titel seines aktuellen Programms „Mundwinkel hoch“, und dazu passte der Einstiegssong „Ich hab’ heute ärgerfrei!“ Mit Wortspielen ging er der Frage nach, warum in Deutschland die Mundwinkel vieler Menschen eher nach unten als nach oben gehen. Es müsse am Erbmaterial der Neandertaler liegen: Die Deutschen hätten das „Angstgen“, sich vor Hunger und Braunbär zu fürchten, die gutgelaunten Griechen dagegen hätten das Pleitege(h)n.

 Für Auflockerung sorgte er mit seinen Lieblingswitzen: „Warum hat der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz den ganzen Tag gegrinst? Weil er 52 Zähne hat!“ Oder: „Kommt ein Dalmatiner in einen Supermarkt. Fragt die Verkäuferin: ,Sammeln Sie Punkte?‘ “

 Als wiederkehrende Figur tauchte der ewige Optimist Helmut auf. Auf der Suche nach seinem Yoga-Kursus gibt er Wahrheiten von sich wie „Aus einem Weizenkorn wird immer ein Glas Bier!“ und „Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!“

 Großartig auch Stelters Rolle eines Jugendlichen, der im Jugend-Jargon das Märchen vom Froschkönig erzählt. Da gibt es einen „Gully-Kermit“, und die Prinzessin ist eine „Ische“. Stelters „Rotkäppchen“ wurde zu einer Geschichte mit „altertümlichem Essen auf Rädern“.

 Der inhaltlich einzige Tiefpunkt war Stelters Darstellung eines Fitnesscenter-Besuchs vor der Pause. Körperbetont sorgte die Darstellung bei seiner Leibesfülle zwar für Heiterkeit, doch sie passte nicht zum Programm. Vermutlich war der Teil seinem Buch „Wer abnimmt, hat mehr Platz im Leben“ gewidmet, in dem er schildert, wie er 30 Kilogramm abgenommen hat.

 Nach der Pause hagelte es Höhepunkte. Bitterböse seine Darstellung eines Versicherungsangestellten aus Osnabrück, der sich über seine langweilige Familie ärgert. Keine schwangere Teenager-Tochter, kein schwuler Sohn: Nichts, was annähernd an die Themen des nachmittäglichen „Brüll-TV“ in den Privatsendern heranreiche. Im deutschen Schlager stecke mehr Lebenswirklichkeit: Und so warf sich Stelter eine goldglänzende Jacke über, um mit alten Schlagern aus dem Leben zu erzählen. Dabei ging es unter anderem um das Liebesleben der Deutschen („Komm unter meine Decke“).

 Als Zugabe lud Stelter das Publikum zu einer Fragestunde ein und bot weitere Stücke aus seinem Liederschatz. Der anwesenden Freiwilligen Feuerwehr widmete er „Dieses Kribbeln im Schlauch“. Das Lied „Ich hab drei Haare auf der Brust“ wurde vom textsicheren Publikum mitgesungen. In zwei Jahren komme er mit seinem neuen Programm wieder, versprach der Kabarettist den Zuschauern.

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