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Segeberg Lennox sucht Lebensretter
Lokales Segeberg Lennox sucht Lebensretter
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19:31 06.06.2018
Von Thorsten Beck
Der 16-jährige Lennox aus Schackendorf hat Blutkrebs. Für ihn wird dringend ein Stammzellenspender gesucht. Quelle: Privat
Schackendorf

Inzwischen haben seine Eltern, die erst im Oktober vorigen Jahres von Bad Segeberg nach Schackendorf gezogen sind, Kontakt zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufgenommen. Mit Unterstützung der Gemeinde und des Sportvereins konnte nun kurzfristig eine eigene Typisierungsaktion auf die Beine gestellt werden. Sie findet am Sonntag, 17. Juni, in der Zeit von 11 bis 16 Uhr in der Mehrzweckhalle auf dem Sportgelände statt. Dorthin kann laut DKMS-Vorgaben jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 17 und 55 Jahren kommen, um sich registrieren zu lassen. Für Detailfragen wird aber auch noch eine Mitarbeiterin vor Ort sein.

Typisierungsaktion der DKMS

„Schnell einen passenden Spender zu finden, ist jetzt seine einzige Chance“, sagt Mutter Sontka im Gespräch mit der Segeberger Zeitung. Die DKMS suche bereits weltweit nach einem genetischen Zwilling – bislang noch ohne Ergebnis. Bei der Aktion im Heimatdorf der Familie geht es auch nicht in erster Linie darum, genau an an diesem Tag einen potenziellen Lebensretter für Lennox zu finden. „Wir wollen auf die DKMS und ihre so wichtige Arbeit aufmerksam machen“, erklärt die 45-Jährige, die die meiste Zeit bei ihrem Sohn in der Klinik verbringt. „Je größer die Datei wird, desto mehr Blutkrebs-Patienten kann am Ende vielleicht geholfen werden.“

Erste Symptome vor gut einem Jahr

Erste Anzeichen, dass mit dem 16-Jährigen etwas nicht stimmt, hatte es während eines Italien-Urlaubs im August vorigen Jahres gegeben. „Dort schwollen auf einmal seine Gelenke an, und er hatte große Schmerzen.“ Zunächst schoben die Mediziner die Symptome auf eine Rheuma-Erkrankung und behandelten ihn entsprechend. „Lennox hat damals das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Bad Segeberg besucht und gerade ein Praktikum im Einzelhandel absolviert“, berichtet seine Mutter. Trotz immer stärkerer Schmerzen habe er alles versucht, um es wie geplant zu Ende zu bringen.

Besonders bösartiger Blutkrebs

Sie selbst, so die 45-Jährige, die im Gesundheitssektor arbeitet, habe bereits so eine Ahnung gehabt. Eine Untersuchung mit dem MRT sollte schließlich Aufschluss bringen. Am 24. November stellten Experten dann die niederschmetternde Diagnose: AML, oder Akute myeloische Leukämie, eine besonders bösartige Form des Blutkrebses. „Lennox hat die Nachricht unheimlich tapfer aufgenommen.“ Der Krebs werde ihn nicht schaffen, habe er nur gesagt. Nachdem nun Klarheit über die Ursache seiner Beschwerden herrschte, war keine Zeit mehr zu verlieren. „Es kommt buchstäblich auf jeden Tag an“, erklärt Mutter Sontka.

86 Tage am Stück in der Klinik

Was folgte, sei für ihren Sohn ein „absoluter Horrortrip“ gewesen. Aufenthalte auf der Intensivstation, drohendes Organversagen – und immer wieder Schmerzen. „Lennox war 86 Tage am Stück im Krankenhaus.“ Zu allem Überfluss wanderte der Krebs vom Knochenmark auch noch ins Gewebe.

Mutter: "Schackendorf ist phantastisch"

Besonders dankbar sind die Eltern für den großen Einsatz von Bürgermeister Alexander Scheffler und den Einwohnern ihres neuen Heimatortes, aus dem sich bereits einige freiwillig als Helfer für die Typisierungsaktion beim SVS zur Verfügung gestellt haben. „Schackendorf ist phantastisch!“, sagt Mutter Sontka. Auch Edeka-Burmeister, wo Lennox sein Praktikum absolvierte, und die Bäckerei Gräper aus Bad Segeberg hätten schon ihre Unterstützung angeboten.

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