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Segeberg Die Mohrrübe in der Brotdose
Lokales Segeberg Die Mohrrübe in der Brotdose
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05:50 13.08.2013
Von Isabelle Pantel
Um die Brotboxen zu befüllen, opferten viele Mitarbeiter der Sponsoren ihren freien Sonntag. Zu den freiwilligen Packerinnen gehörten auch Janina Nägel (von rechts, Auszubildende in der Kaltenkirchener Erdkorn-Filiale) sowie Ramona Lohse (Mitarbeiterin von Grell Naturkost in Kaltenkirchen).
Kaltenkirchen

In ihren Brotdosen fanden die Jungen und Mädchen unter anderem eine Mohrrübe, eine Scheibe Roggenbrot, einen Sesam-Müsliriegel, vegetarischen Brotaufstrich, einen Teebeutel und eine Müsli-Tüte. Alles Produkte aus der Region.

 Anhand eines bebilderten Begleitbüchleins wurde erklärt, wie die Lebensmittel angebaut wurden und warum ein gesundes Frühstück wichtig ist. Beliefert wurden die Erstklässler der Kaltenkirchener Waldorfschule und der drei Grundschulen der Stadt. Außerdem knabberten den Pausensnack Kinder in Oering, Sievershütten, Struvenhütten, Schmalfeld, Hartenholm, Lentföhrden, Nützen und Henstedt-Rhen.

 Insgesamt wurden gestern im Raum Kaltenkirchen knapp 600 Brotboxen verteilt. Das war nur ein kleiner Ausschnitt der Aktion, denn am Vortag waren bei der Firma Grell Naturkost im Kaltenkirchener Gewerbegebiet rund 20000 Dosen für Kinder in Hamburg und Schleswig-Holstein gepackt worden.

 Die Initiative für die jährlich wiederkehrende Aktion stammt aus Berlin und entstand 2002. Die Region Hamburg ist seit 2006 dabei; Projektträger ist der Förderverein für ökologische Entwicklung Gut Wulksfelde in Tangstedt. Er wird von zahlreichen Sponsoren unterstützt, darunter Bäcker und Naturkostläden. Sie steuern den Inhalt der Brotdosen bei und helfen bei der Logistik. Außerdem schickt jeder Sponsor freiwillige Helfer zum Packen. Etwa 140 waren es dieses Mal bei Grell Naturkost. Die Firma selbst war mit 15 Mitarbeitern vertreten.

 Aufgrund der Erfahrung der vergangenen Jahre klappt das Befüllen der Brotdosen mittlerweile reibungslos. In einer Halle, in der normalerweise Leergut gelagert wird, richteten sich die Helfer so genannte Packstraßen ein. Die Atmosphäre erinnerte dabei an einen Familienausflug, denn viele Helfer hatten ihre Kinder mitgebracht.

 In logistischer Hinsicht stellte die Biobrotbox eine große Herausforderung dar. „Immerhin müssen alle Dosen gekühlt und schließlich pünktlich zu den Schulen gebracht werden“, sagte Ramona Lohse, Helferin aus den Reihen von Grell Naturkost. Allein in Hamburg mussten gestern 240 Schulen angesteuert werden.

 Die Aktion lief absichtlich erst eine Woche nach der Einschulung. Sie soll nicht mit der Schultüte konkurrieren. Die Verantwortlichen der Initiative hoffen nun, dass die Boxen nicht einfach in Küchenschränken verschwinden, sondern regelmäßig in die Schulen zurückkehren - befüllt mit gesunden Pausensnacks.

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