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Segeberg S21-Ausbau: Mehr Dialog gefordert
Lokales Segeberg S21-Ausbau: Mehr Dialog gefordert
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09:00 03.01.2017
Von Lutz Timm
Markus Spiering, Vorstandsvorsitzender der Bürgerinitiative Bahnstraße, lebt bereits dicht an den Bahngleisen. Wenn der Ausbau kommt, rückt die Trasse rund vier Meter an sein Haus heran. Das Rutschenhaus der Kinder müsste dann weichen. Quelle: Lutz Timm
Ellerau

Die Initiative fordert nach wie vor nachvollziehbare Erklärungen von einem Gutachter vor Ort und bezweifelt die Wirtschaftlichkeit des Trassenausbaus.

 Im August 2015 haben sich rund 30 Grundstückseigentümer zu der Bürgerinitiative formiert, um den Ausbau der derzeitigen AKN-Strecke „erträglich“ zu gestalten, wie sie sagen. Auf ihr soll nach den Plänen der Stadt Hamburg und des Landes Schleswig-Holstein ab etwa 2020 die S-Bahn-Linie S21 der Hamburger Hochbahn fahren. Dazu muss die Trasse zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden. Doch damit die Pläne umgesetzt werden können, müssten die Anwohner mehrere Meter ihrer Grundstücke verkaufen oder – sollten sie sich weigern – enteignet werden.

 „Wir haben grundsätzlich Verständnis dafür, dass die Infrastruktur ausgebaut wird“, sagte Spiering, dessen Grundstück direkt an der Bahntrasse liegt. „Aber für uns bedeutet das eine höhere Lärmbelästigung, weniger Licht auf dem Grundstück und unabschätzbare Risiken durch die elektrischen Oberleitungen.“ Die Mitglieder der Bürgerinitiative seien zudem enttäuscht, dass es zu keinem Dialog komme. „Bereits zu Beginn der Planung war abzusehen, dass es zur Betroffenheit der Anwohner kommen würde. Da hätte man doch auch auf die Bürger zukommen können“, sagte Spiering. Offensichtlich sei es jedoch Taktik gewesen, das Verfahren „unter dem Radar“ durchzuführen. „Wir haben uns immer als Gesprächspartner angeboten und tun es auch jetzt noch.“ Die Reaktionen seien bisher jedoch überwiegend ausgeblieben.

 In einem offenen Brief an das schleswig-holsteinische Verkehrsministerium beklagt die Bürgerinitiative jetzt, dass der zuständige Minister Reinhard Meyer (SPD) und sein Staatssekretär Frank Nägele das Planfeststellungsverfahren ohne weitere Gespräche abschließen wollen. Das zeige deutlich, dass die Politik an einer „Alternativlösung nicht interessiert“ sei und es keinen Versuch gebe, „konstruktiv an einem Kompromiss zu arbeiten“, heißt es in dem Schreiben. Auch ein Gespräch mit dem Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH), der Hamburger Hochbahn und dem beteiligten Beratungsunternehmen Intraplan hat sich nach Spierings Worten als ein „herablassender Monolog über Nutzen-Kosten-Untersuchungen“ entpuppt, auf Optimierungsvorschläge sei gar nicht mehr reagiert worden. „Das kann einen schon wütend machen“, findet Spiering. Die Bürgerinitiative halte sich den Gang vor Gericht offen.

 Trotzdem wollen die rund 80 BI-Mitglieder gesprächsbereit bleiben, erklärte Spiering. Weil die geplante Trasse bis auf wenige Meter an die Wohnbebauung – und damit auch Schlaf- und Kinderzimmer – heranrücke, sind viele Fragen offen. „Gerade bezüglich der Elektrizität sind Ängste da“, sagte er. „Deswegen müssen alle Akteure zusammen an einen runden Tisch.“

 Auch ein Gutachten, das im Auftrag der Bürgerinitiative von dem Verkehrsberatungsbüro Vieregg-Rössler erstellt wurde, könnte Planer und Gegner noch an einen Tisch bringen. Nach Meinung von Spiering zeigt es deutlich, dass die geplante Trassenerweiterung unwirtschaftlich ist. Die Planer hätten mit falschen Zahlen gearbeitet und machten keine Anstalten, sie zu korrigieren. Letztlich bliebe nur noch ein Zeitgewinn von wenigen Minuten übrig, erläuterte Spiering. „Und dann stellt sich die Frage, ob das eine Enteignung rechtfertigt.“

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