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Segeberg Emotionale Diskussion um Zufahrt
Lokales Segeberg Emotionale Diskussion um Zufahrt
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18:36 03.09.2018
Am Sonnabend Mittag hatte Bürgermeister Dietrich Herms zu einem Ortstermin an die Zuwegung des Baugebiets Chausseebaum geladen, über 100 Interessierte folgten der Einladung. Quelle: Klaus J. Harm
Klein Rönnau

Beim Bürgerentscheid sollen die Bürger entscheiden, ob der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 12 für die Fläche „östlich an die Grundsücke Chauseebaum 6-22 und südlich der Straße Rahland“ aufgehoben werden soll. Wie Planer Stephan Gosch bei der öffentlichen Besichtigung der strittigen Zufahrt zum Baugebiet am Sonnabend vormittag erläuterte, hätte ein „Ja“ zur Folge, dass das Vorhaben um vier Jahre verschoben würde. Mit einem „Nein“-Votum können die Baumaschinen im Frühjahr 2019 anrollen.

Harsche Kritik am Bürgermeister

Deutlich über 100 Interessierte konnte Bürgermeister Dietrich Herms begrüßen, die sich über die Zufahrt und die aktuellen Grundstücksgrenzen vor Ort informieren wollten. Denn nicht das Baugebiet an sich stand in der Kritik der Bewohnergemeinschaft, sondern die Tatsache, dass der Verkehr dorthin allein über eine Trasse führen sollte: über die bisherige Zufahrt zu den Carports der Bewohner.

Gleich zu Beginn kochten die Emotionen hoch. "Beihilfe zum Betrug" warf ein Anwohner Bürgermeister Herms vor. Die Planung sei ohne die Anwohner erfolgt. Herms widersprach und verwies auf das ordnungsgemäß erfolgte Beteiligungsverfahren und zahlreiche öffentliche Sitzungen der Gemeindevertretung. Zudem seien alle Pläne und Gutachten im Internet auf den Seiten der Gemeinde im Original einsehbar gewesen.

Investor räumt Fehler ein

Falko Mumme, der Erschließer des neuen Wohngebiets, gab Fehler zu: „Ich hätte vor zehn Jahren, als ich die ersten Blocks am Chausseebaum errichten ließ, etwas mehr Platz für die Durchfahrt lassen sollen.“ Auch habe er nicht mit einem so frühen Bedarf nach neuen Grundstücken gerechnet. „Wir haben ohne Ende junge Familien, die hier bauen wollen“, gab er zu bedenken. Dem Vernehmen nach stehen mehr als 150 Familien auf der Warteliste.

Etwas Ruhe in die Runde brachte Fledermausexperte Florian Gloza-Rausch. Er hatte in einem Gutachten den Redder am nördlichen Rand des Baugebiets als eminent wichtigen Fledermauszugweg identifiziert und damit eine zweite Zuwegung zum Baugebiet ausgeschlossen. Allerdings wäre es möglich tagsüber den Baustellenverkehr über einen Teil des Redders abzuwickeln - wenn die Fledermäuse nicht aktiv sind.

20 Prozent der Abstimmungsberechtigten reichen für gültigen Entscheid

Beim deutlich ruhigeren Gespräch im Gemeindehaus machten sich einige Bürger, die die Planung befürworten darüber Sorgen, dass für eine Gültigkeit des Bürgerentscheids am 16. September lediglich 20 Prozent der Abstimmungsberechtigten, also 260 Personen, teilnehmen müssen. Theoretisch könnten also zehn Prozent, 130 Wähler, das Vorhaben stoppen. Daher bittet die Gemeindevertretung um möglichst zahlreiche Beteiligung am Bürgerentscheid am Sonntag, 16. September. Abgestimmt wird zwischen 8 und 18 Uhr in der Wassermühle.

Von Klaus J. Harm

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