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Segeberg Feldbahn: Hobby zum Anpacken
Lokales Segeberg Feldbahn: Hobby zum Anpacken
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05:50 11.04.2014
Von Uwe Straehler-Pohl
Für Andreas Knopf, Vorsitzender des Fördervereins Deutsche Feldbahn, und seine Mitstreiter ist es Knochenarbeit, die Schwellen, von denen in den letzten drei Jahren rund 400 Stück ausgewechselt wurden, zu ersetzen.
Bad Bramstedt

Drei Lokomotiven und inzwischen sieben Waggons zählen zum Fuhrpark der Feldbahner. In jahrelanger Arbeit wurden 380 Meter Schienenstrang komplett neu aufgebaut. Insgesamt stehen nun mit Beginn der neuen Fahrsaison knapp zwei Kilometer Gleis auf dem Gelände zur Verfügung, auf dem jahrzehntelang Moor für das Klinikum Bad Bramstedt, früher Rheumaklinik, abgebaut wurde. Zu den Vorbereitungen gehörte es für den Verein auch, rund 400 Schwellen auszutauschen und zu verlegen. Und das im moorigen Untergrund.

 Viel Schweiß haben die sechs Aktiven dabei gelassen. 125000 Arbeitsstunden und 157000 Euro seien investiert worden, sagt Andreas Knopf, Vorsitzender des Fördervereins, der sich statt schöner Worte von Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach Unterstützung beim Erhalt dieses Kulturgutes wünscht, „öffentliche Mittel oder finanzielle Hilfe der Stadt erhalten wir nicht.“ Der Verein ist auch deshalb auf Spenden angewiesen und freut sich umso mehr, wenn Besucher, die mit der Feldbahn einen Abstecher in das Moorgelände machen, einen Obolus in die bereit gestellten Spendendosen werfen.

 Am vergangenen Wochenende haben die Bahnfreunde die diesjährige Fahrsaison eingeläutet. Genau genommen war sie gar nicht unterbrochen worden, denn auch im Herbst und im Winter wurden an einigen Tagen Fahrten angeboten. „Das werden wir künftig aber nicht mehr machen“, sagte Knopf. Der Aufwand für nur wenige Interessierte in der kalten Jahreszeit lohne sich nicht.

 Seit 1931 gibt es im Moorgelände die Feldbahn mit einer Spurbreite von 600 Millimetern. Nach dem Bau der Rheuma-Heilstätte kam es darauf an, Naturmoor zur Behandlung der Patienten in der Nähe der Klinik abbauen zu können. Aus diesem Grund wurden die Gleise im Moor verlegt, auf denen anfangs Pferde die Loren zogen.

 Später wurde eine Kleindiesellokomotive der Marke Jung eingesetzt. Das abgebaute Moor wurde zur Klinik transportiert, in der Moorküche verflüssigt und in Holzwannen als heilendes Bad für die Patienten erhitzt. Die letzten Loks, die heute noch vorhanden sind, wurden im Jahr 1950 und 1963 angeschafft. Ende der 1970er Jahre wurden dann Pipelines verlegt, durch die das Moor von der inzwischen gebauten Mooraufbereitungsanlage zur Klinik gepumpt wurde.

 Loks und Loren verschwanden im Schuppen, die Gleise wurden abgebaut, das Kapitel der kleinen Feldbahn schien endgültig abgeschlossen zu sein. Ein Verein reaktivierte die Bahn schließlich wieder; später erwarb Kleinbahnfan Andreas Knopf für einen symbolischen Preis die Anlage mit dem rollenden Material. Ihm wurde zur Auflage gemacht, die Bahn fahrbereit zu halten und gegebenenfalls zur Moorförderung für das Klinikum bereitzustellen. 2002 wurde der Förderverein Deutsche Feldbahn gegründet. Neben dem Ausbau und der Erneuerung der Schienen, insbesondere der durch den feuchten und moorigen Untergrund verwitterten Bohlen, wurde im Jahr 2005 viel Arbeit in die Motorinstandsetzung der älteren der beiden Loks investiert. Nach einer knapp vierjährigen Pause im Fahrbetrieb, die sich durch die Arbeiten am Schienenstrang ergaben, wurde im Juni 2013 die Wiedereröffnung der „Oskar-Alexander-Kurbahn“ gefeiert, benannte nach dem Klinik-Gründer.

 Auch wenn am vergangenen Wochenende wegen des Regens nur wenige Gäste den Weg zum Moorbahngelände gefunden hatten, waren sie doch zufrieden. „Mir gefällt die Mischung aus Nostalgie und Natur“, sagte eine Besucherin. Seitdem können Gäste sich an den Fahrtagen einen Eindruck von dem technischen Kleinod verschaffen und einen Abstecher mit der Bahn ins Moor unternehmen.

 Die Fahrtage im ersten Halbjahr: Ostersonntag und Ostermontag, 20. und 21. April, Sonntag, 11. Mai, Donnerstag, 29. Mai (Himmelfahrt), Pfingstsonntag und Pfingstmontag, 8. und 9. Juni. Außerdem wird am Sonntag, 29. Juni, ein Sommerfest mit der Jugendfeuerwehr Bad Bramstedt stattfinden. Geöffnet ist das Gelände an diesen Tagen immer von 10 bis 17 Uhr.

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