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Segeberg Fuchs bricht Expedition ab
Lokales Segeberg Fuchs bricht Expedition ab
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00:18 03.08.2013
Von Bernhard M. Domberg
Arved Fuchs ist enttäuscht. Nicht am Packeis scheiterte er, sondern an der Sturheit russischer Behörden. Quelle: Berg
Bad Bramstedt / Murmansk

Zwei Wochen hatte der Expeditionsleiter mit den Behörden in Murmansk verhandelt, hat Abgeordnete und Botschaften bis hin zum Außenministerium bemüht, „alles für die Katz“, wie Fuchs enttäuscht resümierte. Nun will er das etwa 500 Kilometer entfernte Spitzbergen ansteuern.

 Mit seinem Segelschiff „Dagmar Aaen“ wollte Fuchs gemeinsam mit der russischen Nationalpark-Verwaltung historische Spuren und Camps früherer Polarexpeditionen aufsuchen sowie die klimatischen Veränderungen in der Arktis dokumentieren. „Die Expedition wäre auch für den Nationalpark-Experten an Bord die seltene Chance gewesen, kaum berührte Regionen von Franz-Josef-Land zu erkunden“, erläuterte Fuchs.

 Doch die russischen Behörden haben diese Pläne zunichte gemacht. Mit ständig neuen Auflagen und widersprüchlichen Gesetzesinterpretationen verhinderten sie die Weiterfahrt des Segelkutters „Dagmar Aaen“ von Murmansk in die Arktis. Für Fuchs schließt sich allmählich das ohnehin kleine Zeitfenster. Der arktische Winter naht und macht die Fahrt durch die Nord-Ost-Passage schon bald unmöglich. Fuchs klang genervt: Die Russen verlangten eine Genehmigung für das Befahren internationaler Gewässer, obwohl weltweit in diesen Seegebieten freie Fahrt bestehe. Die Grenzkontrolleure könnten aber auch nicht sagen, wo es solche Papiere gebe. Und russischen Schiffen werde die Fahrt in die Nord-Ost-Passage genehmigt. Selbst das Gewehr, das Fuchs wegen der Eisbären auf Franz-Josef-Land an Bord hat, wurde ihm abgenommen und erst gestern kurz vor Abbruch der Expedition wieder ausgehändigt.

 Die Blockade der „Dagmar Aaen“ ist mittlerweile auch ein Medienthema. Russische Zeitungen und Fernsehstationen berichten über das Festsetzen der „Dagmar Aen“. Gestern erhielt Fuchs noch einmal Besuch von einem offensichtlich regierungsnahen Journalisten.

 Ausdrücklich lobte Fuchs seine Crew, allen voran die beiden Russen Vladimir Melnik und Vjatscheslaw Melin, die dem Expeditionsleiter hilfreich zur Seite standen. Beiden wurde untersagt, mit Fuchs auszureisen. Die anderen Crewmitglieder werden wie geplant bei der Rückreise Ende August in Norwegen beim Mannschaftswechsel nach Hause fliegen können.

 Fuchs wird Spitzbergen in vier bis fünf Tagen erreichen. „Die Winde stehen sehr günstig, wir werden dort die klimatischen Veränderungen dokumentieren, die sich seit dem letzten Besuch im Jahre 2007 ergeben haben.“

 Wird Fuchs einen zweiten Versuch wagen, über Murmansk zu den Franz-Joseph-Inseln zu fahren ? „Mit Sicherheit nicht“, lautete seine prompte Antwort.

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