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Segeberg Blick ins Gedächtnis des Ortes
Lokales Segeberg Blick ins Gedächtnis des Ortes
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13:43 11.03.2018
Von Lutz Timm
Der Naher Gemeindearchivar Andreas Fischer-Happel zeigt das älteste Stück der Sammlung, ein Gildebuch aus dem Jahr 1776. Quelle: Lutz Timm

Der Umzug des Archivs ins Dörphus ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen, jetzt will der ehrenamtliche Archivar neue Projekte in Angriff nehmen. Private Aufzeichnungen, Bilder historischer Momente und seitenlange Auflistungen in altdeutscher Schrift finden sich ordentlich verstaut in den Schränken des Archivs im Dörphus. Fischer-Happel, der in Nahe aufgewachsen ist und mittlerweile in Hamburg lebt, hat sich in den vergangenen Jahren mit kriminalistischer Sorgfalt durch die Bestände gewühlt und in Hunderten Stunden Ordnung in den Bestand gebracht. Alle Archivalien ab 1867 sind mittlerweile nach wissenschaftlichen Standards erfasst und in sogenannten Findbüchern verzeichnet, die zurzeit abschließend korrigiert werden.

Gildebücher bieten Blick ins Leben der Menschen 

Die umfangreiche Sammlung erlaubt einen tiefen Einblick in die Geschichte der Gemeinde. Spannend findet Fischer-Happel vor allem die Frage, wie die Menschen in früheren Zeiten mit Krisen und Herausforderungen umgegangen sind. „So etwas lässt oft Rückschlüsse auf heutige Probleme zu“, sagt er. So habe es etwa nach 1945 viele Flüchtlinge in Nahe gegeben. „Und heute kann man sagen: Das ist bewältigt worden.“

Das älteste Buch im Archiv gehört zugleich auch zu einem der „größten Schätze“: ein Buch der Naher Gilde von 1776. In dem fast 250 Jahre alten Buch sind die Besitztümer der Mitglieder aufgeführt, die Gilde war eine Art frühneuzeitliche Hausratsversicherung. Weil die Gilde akkurat Buch geführt hat, könne man heute viele Rückschlüsse ziehen, insbesondere zur lokalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, erläutert Fischer-Happel. Aufgeführt sind demnach etwa das Mobiliar, die Ernteerträge und der Viehbestand. „So kann man nachlesen, was eine einzelne Kuh gekostet hat oder wie der Hausstand eines Schmieds aussah.“

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