Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Kandidaten auf dem Prüfstand der Grünen
Lokales Segeberg Kandidaten auf dem Prüfstand der Grünen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:50 16.08.2018
Von Sylvana Lublow
Serhat Yilmaz (28/links) bekannte, dass die Grünen nicht seine Partei seien. Quelle: Sylvana Lublow
Bad Bramstedt

Yilmaz und Jeske, die am 23. September neben dem amtieren Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach zur Wahl des Verwaltungschefs antreten werden, hatten jeweils eine Stunde Zeit, die Grünen von ihrer Kandidatur zu überzeugen.

Die 39-Jährige Jeske hatte sich auf die spezifisch grünen Themen hatte sie sich vorbereitet.  „Ich arbeite seit vielen Jahren an der Entwicklung von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee mit. Ich sage immer, dass ich Teil der Energiewende in Deutschland bin“, so Jeske. Außerdem habe sie „eine grüne Seele“, verbringe viel Zeit draußen in der Natur und sie verspricht, bei allem, was entschieden wird, immer auch an die Natur zu denken. „Bad Bramstedt hat mit dem Kurgebiet eine schöne grüne Lunge und die muss man hegen und pflegen.“ Das Klimaschutzkonzept, das die Stadt auf Antrag der Grünen auf den Weg bringen will, begrüße sie sehr.

Jeske will Lkw vom Bleeck holen

Thema Verkehrspolitik: Immer wenn es geht, steige sie aufs Fahrrad oder gehe zu Fuß. Bei ihren Spaziergängen durch Bad Bramstedt sei ihr aufgefallen, dass es zwar Elektrosäulen gebe, „aber nicht genug.“ Was sie komplett vermisse, sind E-Bike-Ladestationen. Den Lkw-Verkehr wolle sie vom Bleeck verbannen.

Zum Thema Wirtschaft sagte sie: „Dass es in Bad Bramstedt kein Leerstands-Kataster gibt, hat mich sehr erschrocken.“ Mit ihr als Bürgermeisterin gebe es nicht nur ein Stadtmarketingkonzept, es würde auch umgesetzt werden und nicht in der Schublade verschwinden.

Die Grünen waren von den Ausführungen der Kandidatin beeindruckt. „Sie haben die Dinge gut geschildert und sich gut verkauft“, sagte Sabine Prohn zum Abschluss.

Yilmaz: "Ich habe keine Verwaltungserfahrung"

Das traf auf Yilmaz weniger zu. In der Fragerunde mit dem 28-jährigen Taxifahrer wurden die grünen Themen eher zur Nebensache. Bürgermeister zu werden, sei sein Kindheitstraum. „Ich war auch Klassen- und Azubi-Sprecher“, warb er für sich. Mehr Kompetenz für den Job kann Yilmaz jedoch nicht nachweisen. „Das ist eins meiner Hauptprobleme, ich habe keine Verwaltungserfahrung.“ Aber er denke, dass er im Rathaus nicht alleine sitze und ihm geholfen werde.

Zu den grünen Themen hatte Yilmaz auch eine Meinung: Den Lkw-Verkehr auf dem Bleeck will er ebenfalls abschaffen. Außerdem würde der 28-Jährige auf Solarenergie setzen, wenn er ein eigenes Haus hätte, „auch wenn es teuer ist.“ Zu den Grünen hatte er ebenfalls eine Meinung: „Es ist zwar alles schön, was Sie denken, aber viele Menschen haben das Geld einfach nicht, um das umzusetzen.“ Die Grünen seien aber nicht seine Partei. Sie fahren mehr Fahrrad als Auto. Er sei nun einmal Taxifahrer und auch nicht besonders sportlich.

Industrie soll angesiedelt werden

Um die Schulden der Stadt abzubauen, will Yilmaz Industrie ansiedeln. „Ich habe zwei Unternehmen, die nur auf mich warten. Das ist mein Ass im Ärmel. Die werden hier in Bad Bramstedt investieren.“ Das sei auch wichtig, um für junge Leute Arbeitsplätze zu schaffen, denn die Stadt altere immer mehr.

Immer wieder hatte Yilmaz das Bedürfnis, seine Kandidatur zu rechtfertigen. „Wenn Verena Jeske aus Bad Bramstedt wäre, hätte ich meine Kandidatur schon zurückgezogen.“ Ihm ginge es darum, dass Kütbach nicht wieder ohne Gegner ins Rennen gehe. Aber: „Jeske ist keine Bad Bramstedterin und hat hier nichts zu suchen.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Segeberg Freibäder sind zufrieden - Supersommer sorgt für Besucherboom

Der diesjährige Sommer hat zum Teil für tropische Temperaturen gesorgt. Zur Freude der Betreiber von Freibädern. Sie melden sowohl aus Kaltenkirchen und aus Henstedt-Ulzburg Rekordzahlen.

16.08.2018

Das geplante «Werner»-Rennen in Hartenholm kann nach einer ersten Gerichtsentscheidung stattfinden. Das Verwaltungsgericht Schleswig lehnte am Donnerstag einen von zwei Eilanträgen gegen die Veranstaltung ab, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Antrag sei unzulässig.

16.08.2018

In 20 Jahren hat die Gemeinde Leezen mit Millionenaufwand all ihre maroden Straßen in Ordnung gebracht. Ohne Zuschüsse und ohne die Anlieger zu belangen, sagt Bürgermeister Ulrich Schulz stolz.

Gerrit Sponholz 16.08.2018