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Segeberg Neuer Lebensraum für Kröte und Eidechse
Lokales Segeberg Neuer Lebensraum für Kröte und Eidechse
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10:26 12.06.2018
Von Jann Roolfs
Rundgang mit Vertretern Stiftung Naturschutz Hasenkrug: Vier Vertreter der Stiftung kamen und führten rund 20 Besucher über die Flächen im Nordosten Hasenkrugs. Quelle: Jann Roolfs
Hasenkrug

Warum wurde mit Riesen-Waschtrommeln die Erde gesiebt? Thomas Hempel aus Hasenkrug weiß jetzt, welchem Zweck der ungewöhnliche Aufwand in der Feldmark seines Dorfes diente: Lupinenwurzeln sollten aus dem Erdreich gesiebt werden.

Die Stiftung Naturschutz geht auf ihren Flächen gegen diese Blumen vor. Projektentwickler Hauke Drews erklärte kürzlich bei einem Rundgang in Hasenkrug, warum: Lupinen stammen aus Nordamerika, hierzulande gebe es „keine natürliche Eingrenzung“ und so überwucherten die Pflanzen, wenn sie nicht gebremst würden, große Flächen. Das Sieben des Erdreichs in Hasenkrug war ein 30.000 Euro teurer Versuch der Stiftung, das Problem anzugehen. „Nicht ganz erfolgreich“, konstatierte Drews und zupfte junge Lupinenpflanzen aus der Erde.

„Macht das Sinn?“, formulierte Hasenkrugs Bürgermeister Bernd Aszmoneit die Frage, die im Dorf vielfach diskutiert wird, wenn es um Maßnahmen auf den Flächen der Stiftung Naturschutz geht. Um sie zu klären, hatte die Gemeinde Vertreter der Stiftung eingeladen, vier kamen und führten rund 20 Einheimische über ihre Flächen im Nordosten Hasenkrugs.

Wiesen wurde mit Baggern bearbeitet

Knoblauchkröte und Zauneidechse, um diese beiden Tierarten geht es den Naturschützern vor allem. Damit die sich ansiedeln können, wurden die Wiesen mit Baggern bearbeitet: Die hoben Löcher aus und verteilten den dabei anfallenden Sand rundherum. Damit hätten sie Bedingungen geschaffen, die mit der intensiven Landwirtschaft und der Absenkung des Grundwasserspiegels in den vergangenen 150 Jahren selten geworden seien, erklärte Hauke Drews. Wenn in den Tümpeln erst Pflanzen wachsen, hofft er, dass sich dort auch die geschützten Knoblauchkröten wohl fühlen. Den blanken Sand nutzen beispielsweise die Zauneidechsen, um ihre Eier hineinzulegen und von der Sonne ausbrüten zu lassen.

In den Teichen Baden auch Robustrinder

Dass die Teiche wenig einladend aussähen und auch von den Robustrindern zum Saufen und Baden genutzt würden, passe den Kröten gut, erklärte Drews. Und wenn das Gewässer einmal austrocknet, schadet das den Amphibien nicht.

Auch wenn sie einmal in Hasenkrug leben: Sehen oder hören werden die Einheimischen die Knoblauchkröten kaum. Tagsüber graben sich die Tiere in die Erde, nachts rufen sie unter Wasser, beschrieb Drews die Lebensweise der Tiere.

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