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Segeberg Heinzhermann Steffens wird 100 Jahre alt
Lokales Segeberg Heinzhermann Steffens wird 100 Jahre alt
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06:00 20.10.2018
Heinzhermann Steffens, passionierter Hobbymaler und Naturfreund, wird am Sonntag 100 Jahre alt. Mit seiner Ehefrau Ruth (90) genießt er den hauseigenen Garten an der Trave. Quelle: Nadine Materne
Groß Rönnau

Damit ist er der älteste Bewohner im Amt Trave-Land. Auch nach 100 Jahren wird das Leben Steffens nicht langweilig. Jeden Tag stehen er und seine Frau Ruth (90) um 6 Uhr auf. Bettzeit ist 22 Uhr. „Sonst hat der Tag zu wenig Stunden“, finden beide Eheleute. In ihrem Haus in Groß Rönnau gebe es auch immer vieles zu tun. Hier lebt das Paar, das im nächsten Sommer Gnadenhochzeit feiern kann, in einem selbst erschaffenen Paradies. Direkt an der Trave.

Auf einer kargen Koppel schufen sich Steffens und seine Frau ein Paradies

„Das war mal eine karge Koppel“, erinnert sich Heinzhermann Steffens. Jetzt, fast 50 Jahre später, schaut er in seinem Wintergarten auf einen dicht bewachsenen Hang hinunter mit hohen Bäumen. „Jeden davon habe ich selbst gepflanzt“, ist er sichtlich stolz. Etwa den riesigen Walnussbaum vor dem Haus, der die Früchte für das tägliche Müsli liefert. „Landschaftsgärtner“, meint er, „das wäre mein Traumberuf gewesen.“ Doch die Zeiten waren anders in Steffens Jugend. Der an Musik und Kunst interessierte junge Heinzhermann sollte etwas vernünftiges Lernen. So wollte es der Vater, erinnert sich der gelernte Textil-Kaufmann. „Kaufmann, das galt damals etwas.“ Also begann er die Lehre in der Textilbranche.

Seine Leidenschaft, die Malerei und die Musik – er spielte Akkordeon – war auf die Freizeit beschränkt. Beruflich hatte Steffens wenig mit der Modebranche zu tun: Nach der Ausbildung ging er zum Wehrdienst. „Das war damals Pflicht.“ Mittendrin brach der Zweite Weltkrieg aus. Bis zum Ende musste Steffens in den Einsatz. „Zum Glück nie in den Kampfeinsatz“, sagt er.

Nach einem Jahr in amerikanischer Gefangenschaft war Steffens wieder frei, er kehrte zurück nach Segeberg, wo er seine Frau Ruth kennenlernte. „Bei einem Spaziergang am Segeberer See.“ Mit der Tochter eines Lebensmittelhändlers baute Steffens in den Nachkriegsjahren ein Geschäft von Grund auf neu auf. „Im heutigen ,Klacker’.“  Es sei eine harte Zeit gewesen für das frisch verheiratete Paar. 1951 kam ihr erstes Kind zur Welt – Hilke, fünf Jahre später folgte Eler. Das Geschäft mit den Lebensmitteln gab Steffens 1969 aber wieder auf, 20 Jahre nach der Eröffnung. „Die Konkurrenz war zu groß“, erinnert er sich. Bis zur Rente arbeitete Steffens darauf in der Verwaltung einer Lebensmittelkette.

Im Ruhestand Zeit für Garten und Malerei

1969 zog die Familie auch nach Groß Rönnau um. Hier begann für Steffens die schönste Zeit, sagt er. Und mit dem Ruhestand habe er wirklich begonnen sein Leben zu genießen. Mit seinem parkartig angelegten Garten und der Malerei. „Die Technik habe ich mir selbst beigebracht.“ Überall im Haus stehen und hängen Bilder von Steffens. Viele hat er verkauft. Zum Geburtstagsempfang in Blunk im Landgasthof soll es eine kleinere Ausstellung seiner Werke geben.

Inzwischen ist es schwierig geworden mit der Malerei. Die 100 Jahre alten Augen machen nicht mehr so mit. „Und die Kraft lässt nach“, muss sich Steffens eingestehen. Vor 14 Jahren hatte er auch schon einen Herzinfarkt. Trotzdem wohnt das Paar eigenständig in seinem Haus. Und auch wenn mit 100 alles viel beschwerlicher ist als zuvor, will Steffens seinem Motto treu bleiben: „Nutze den Augenblick, denn der Augenblick kommt nicht zurück.“

Von Nadine Materne

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