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Segeberg Bürgermeister bittet um Abwahl
Lokales Segeberg Bürgermeister bittet um Abwahl
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18:32 15.08.2013
„Sie haben aus meiner Sicht gar keine andere Wahl, als mich abzuwählen“, sagte der Torsten Thormählen (Mitte) in der Einwohnerversammlung am Mittwochabend vor mehr als 400 Besuchern. Quelle: zwi
Henstedt-Ulzburg

„Sie haben aus meiner Sicht gar keine andere Wahl, als mich abzuwählen“, sagte der 49-jährige Beamte in der Einwohnerversammlung am Mittwochabend vor mehr als 400 Besuchern. Thormählen, der im Mai 2010 direkt gewählt worden war, ist seit Ende Februar 2012 vom Dienst im Rathaus suspendiert – unbefristet. Auslöser dafür waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Kiel gegen den Beamten. Ihm wird unter anderem Betrug vorgeworfen. Thormählen soll Nebenverdienste nicht korrekt abgerechnet haben. Das Amtsgericht in Norderstedt erließ einen Strafbefehl, doch der ist bislang nicht rechtskräftig. Denn Thormählen hat Einspruch eingelegt, was eine öffentliche Verhandlung zur Folge hat – mit nicht abschätzbarer Dauer und unvorhersehbarem Ausgang. Möglicherweise wird Thormählen verurteilt, vielleicht aber auch freigesprochen. Er selbst ist nach wie vor von seiner Unschuld überzeugt.

 Die Gemeindevertretung will nicht so lange warten, bis das strafrechtliche Verfahren abgeschlossen ist. Zudem wird befürchtet, dass noch andere juristische Auseinandersetzungen dazu führen, dass die Leitung der Gemeindeverwaltung weiterhin nicht hauptamtlich besetzt ist. Derzeit führt die ehrenamtliche Gemeindevertreterin Elisabeth von Bressensdorf (CDU) die Rathausgeschäfte. Die Rentnerin sollte ursprünglich den Bürgermeister nur in dessen Urlaub oder bei Krankheit vertreten. Inzwischen steht sie fast 18 Monate nahezu ununterbrochen an der Spitze der Verwaltung mit mehr als 300 Beschäftigten.

 Für alle Fraktionen gilt es als ausgeschlossen, dass Thormählen auf seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, da das früher gute Vertrauensverhältnis zwischen Kommunalpolitikern und Bürgermeister mittlerweile irreparabel beschädigt ist. So sieht es auch Thormählen selbst. Sollte er tatsächlich per Abwahl vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden, hätte er bis zum Ende seiner regulären Amtszeit (Juni 2018) Anspruch auf Beamtenbezüge.

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