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Segeberg Trecker-Fan Jonathan sucht OP-Spender
Lokales Segeberg Trecker-Fan Jonathan sucht OP-Spender
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06:43 20.06.2018
Von Birgit Panten
Treckerfahren auf einem Elektromobil ist das Schönste für den kranken Jonathan aus Hartenholm. Er soll in den USA am Herzen operiert werden. Dafür sammeln die Eltern Christiane und Volker Freund (hier mit Schwester Johanna) Geld. Quelle: Birgit Panten
Hartenholm

Der Dreijährige umkurvt mit seinem Mini-John-Deere gekonnt die Hindernisse im heimischen Garten, koppelt seinen Anhänger an und transportiert Gartenabfälle zum Komposthaufen. Mit dem Elektrotrecker ist Jonathan mobil, beim Laufen ist der Lütte nämlich nicht so leistungsfähig. Er ist herzkrank und schnell erschöpft. In Deutschland ist keine Klinik in der Lage, die notwendige Operation durchzuführen. Rund eine halbe Million Dollar soll der Eingriff und die anschließende drei- bis vierwöchige Krankenhausbehandlung in den USA kosten. Und die Krankenkasse Barmer GEK hat noch keine Zusage gegeben, zumindest die Behandlungskosten zu übernehmen.

Verein Die Muschel unterstützt die Hilfsaktion

Jonathans Eltern, Christiane und Volker Freund, haben deshalb zusammen mit Familie, Freunden und Nachbarn eine Sammelaktion gestartet, die vom Verein Die Muschel, dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst aus Bad Segeberg, unterstützt wird. Erste spontane Spenden sind schon eingegangen.

In der 27. Schwangerschaftswoche hatte das Ehepaar erfahren, dass ihr Baby einen komplexen Herzfehler hat. Es liegt spiegelverkehrt auf der rechten Körperseite und ist mehrfach geschädigt. „Das Kind wird vermutlich außerhalb des Mutterleibes nicht lebensfähig sein“, lautete damals die Prognose – ein Schock für die Familie, zu der auch die 13-jährige Leonie und die sechsjährige Johanna gehören.

Seit Jonathans Geburt ist er für die Familie „ein Wunder der Natur“ und ein Kämpfer. Ärzte und Familie versetzt er trotz zahlreicher Krankenhausaufenthalte in Erstaunen. Kleinste Fortschritte in seiner Entwicklung werden von der Familie als Geschenk aufgenommen. Bis vor zwei Monaten konnte Jonathan nicht sprechen, zudem wurde vermutet, dass er schlecht hören kann. Kurz bevor er Hörgeräte erhalten sollte, stellte eine Fachärztin fest, dass er auf einem Ohr plötzlich gut hören kann. Nun läuft es auch mit dem Sprechen schon gut.

Alleine kann die Familie den Eingriff nicht bezahlen

Klar ist, dass sie die Operation finanziell nicht alleine stemmen kann. Als in der vergangenen Woche von der Krankenkasse die Nachricht kam, dass der Medizinische Dienst der Krankenversicherung(MDK) eine Kostenübernahme nicht befürwortet hat, brach für die Eltern alle Hoffnung zusammen. „Das klang wie das Todesurteil“, sagt Christiane Freund, die vor lauter Aufregung einen Asthmaanfall erlitt. „Uns wurde der Boden entzogen“, betont Volker Freund. In ihrer Verzweiflung sprachen die Eltern alle Unterstützer an, die ihrerseits wieder Menschen aufriefen, gegen den Bescheid zu protestieren.

In dem Gutachten hatte der Medizinische Dienst geschrieben, dass diese Operation auch in Deutschland möglich sei. Dies konnte der Kinderkardiologe der Familie gleich detailliert widerlegen. Er hatte in allen einschlägigen Kliniken des Landes nachgefragt und nur Ablehnungen erhalten. Eine Welle des Protestes lief durch die Sozialen Netzwerke. Zwei Stunden nach dem ablehnenden Anruf war das Anliegen der Familie in der Krankenkasse einige Stufen hinaufgeklettert. Eine höherrangige Mitarbeiterin versprach, das Gutachten zu prüfen.

Die Familie hofft auf die Unterstützung der Krankenkasse

Der Operationstermin am Children‘s Hospital of Wisconsin in Milwaukee ist für Ende Juli anberaumt. „Wir hoffen jetzt wieder, dass die Krankenkasse zumindest die Behandlung bezahlt“, sagen die Hartenholmer. Für Flüge, Unterkunft und alles andere hoffen sie auf Spenden.

Spendenkonto: Die Muschel e.V., Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst. Verwendungszweck: Jonathan-Herz-OP UA, IBAN: DE05 2305 1030 0015 0209 36 bei der Sparkasse Südholstein.

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