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Segeberg Hochhaus erstmal vom Tisch
Lokales Segeberg Hochhaus erstmal vom Tisch
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12:51 11.09.2018
Von Sylvana Lublow
Schon 10 Minuten vor Beginn der Sitzung des Planungsausschusses im Schlosssaal waren alle Zuschauerplätze besetzt.... Quelle: Sylvana Lublow
Bad Bramstedt

Das dreiköpfige Architektenteam hatte kein leichtes Spiel am Montagabend. Der Schlosssaal platze aus allen Nähten: Weil nicht ausreichend Sitzplätze zur Verfügung standen, mussten einige Besucher an den Fensterbänken gelehnt stehen. Mehr als 60 Einwohner Bissenmoors waren gekommen, um ihren Unmut über die Planungsentwürfe für ein mehrstöckiges Hotel im Wohn- und Golfpark Bissenmoor Ausdruck zu verleihen.

Die Beratung des neuen Entwurfs (bereits die 5. Änderung) war der dritte Punkt auf der Tagesordnung. Zuvor gab es die Einwohnerfragezeit, in der sich einige ordentlich Luft machten und eindringlich an die Ausschussmitglieder appellierten: "Lehnen Sie das bitte ab!"

Verkehrssicherheit und Ökobilanz sind Argumente gegen Hochhaus

Die Argumente: Bei einem Hotel mit geplanten 180 Betten, also Zimmern, fürchten alle um die Verkehrssicherheit in dem beschaulichen Wohnpark. Der Verkehr sei ohnehin schon ein Problem in Bissenmoor: Viele Gäste des Golfplatzes halten sich dort nicht an das Tempolimit, geparkt wird auch gerne mal auf den Privatgrundstücken. Außerdem sei ein Hochhaus doch "Wahnsinn" und "ein Betrug an die Bewohner", sagte ein Anwohner der Golfparkallee. "Wir sind hier hergezogen, weil es ruhig, grün und ländlich ist." Und dann ist da noch die Ökobilanz, um die sich viele der Anwesenden sorgten. "Die Idylle ist dahin, wenn ein Hochhaus gebaut werden sollte", so ein anderer Anwohner.

Mit einen Hotelbau, so wie er 2016 geplant wurde, mit maximal vier Geschossen und 60 bis 80 Zimmern, habe niemand ein Problem. Die Anwohner wissen, was auch Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach abermals betonte: "Wir brauchen zusätzliche Hotelbetten." Doch auch Kütbach gab zu Bedenken: "Aber nicht mit einem Hochhaus, wir brauchen eine überschaubare Größe."

Externe Betreiber fordern mehr Betten

Auch wenn ein Anwohner meinte, dass die Architekten Zeit sparen und einpacken und gehen könnten, blieben diese und erklärten, warum die Investoren das Volumen des Hotels erhöhen wollen: "Das Hotel ist für einen externen Betreiber erst ab 120 Betten wirtschaftlich", so Architekt Reinhold Schleicher. Die Visualisierung des Hochhauses sei nur ein Volumenmodell, den eigentlichen Entwurf gebe es erst, wenn der B-Plan erstellt ist. Maximal 154 Betten wollen die Investoren, so Schleicher. Das seien auch die Anforderungen der externen Betreiber. "Mit unseren Plänen bewegen wir uns übrigens weit unter dem, was flächenmäßig möglich ist", so Schleicher.

Ausschuss einstimmig gegen Entwurf

Doch die Architekten hatten auch bei den Ausschussmitgliedern keine Chance: "Die Höhe wollen wir nicht, die Zimmerkapazität sollte die vorhandene nicht überschreiten", so Vorsitzender Fritz Bredfeldt (Grüne). Einmütig stimmte der Ausschuss gegen den Entwurf.

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