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Segeberg Schutz vor Einbrechern
Lokales Segeberg Schutz vor Einbrechern
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06:00 09.01.2016
Von Thorsten Beck
Fenja Bartholl, Geschäftsführerin der Tischlerei Bartholl in Bad Segeberg, demonstriert, wie mechanischer Einbruchsschutz funktionieren kann. Quelle: Patricia König
Bad Segeberg

Unter dem Motto „Segeberg soll sicher sein“ möchten Initiatoren und Teilnehmer über Maßnahmen beraten, die sich auch jeder leisten kann. Am Sonnabend, 23. Januar, informieren Sicherheitsexperten der Polizeidirektion Segeberg, der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg, der Opferhilfe-Organisation Weißer Ring sowie der Firmen MEBO Sicherheit und TIB Tischlerei Bartholl gemeinsam darüber, welche Möglichkeiten es zur Vorbeugung gibt. In der Zeit von 9 bis 15 Uhr stehen sie auf dem Parkplatz vor der Marienkirche nicht nur für Fragen zur Verfügung, sondern demonstrieren auch ganz konkret, wo es möglicherweise Handlungsbedarf gibt. Unterstützt wird die Aktion vom Unternehmerverein „Wir für Segeberg“.

 Neu sei dabei, dass jetzt auch über eine KfW-Förderung Zuschüsse für mehr Sicherheit zu bekommen seien, erläutert Geschäftsführerin Fenja Bartholl: „Neben der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen werden durch die KfW-Bank inzwischen Investitionen in den Einbruchschutz gefördert.“ Vor Ort werde es auch dazu weitere Informationen geben.

 Wie wichtig Angebote dieser Art sind, zeigen aktuelle Zahlen der schleswig-holsteinischen Landespolizei, die im November einen dramatischen Anstieg von Wohnungseinbrüchen verzeichnet hat. Mit über 1000 Fällen war die Zahl fast doppelt so hoch wie im Vergleichsmonat des Vorjahres, in den ersten beiden Dezemberwochen wurden noch einmal über 700 Taten angezeigt. Die Mehrzahl der Einbrüche begehen nach Angaben der Ermittler organisierte Banden, die vornehmlich an den Autobahnen und Bundesstraßen in Häuser einsteigen, um schnell flüchten zu können.

 Viele Täter stammten dabei laut Polizeiangaben vom Balkan und hätten auch die erhöhte Zuwanderung von Flüchtlingen ausgenutzt, um ins Land zu kommen. Sie reisten meist mit einem Pkw an und kämen in einer Flüchtlingsunterkunft oder bei Freunden unter, erklärte Reiner Bretsch, verantwortlich für das Landeskonzept zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls beim Landeskriminalamt (LKA).

 Die organisierten Banden sind nach Bretsch’ Worten äußerst professionell und brechen nur ein, wenn für sie die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgehe – meist in der Dämmerung, damit sie nicht gesehen werden, aber selbst noch genug Licht haben. Dauert es länger als zwei Minuten, Fenster oder Terrassentür aufzuhebeln, gingen sie weiter zum nächsten Ziel, um dort schnell Beute zu machen. „In Dörfern entlang der Autobahn wurde in einem kurzen Zeitraum bis zu 30-mal eingebrochen“, erklärt der Kriminaloberrat. Die Profis fangen dort an, nach wertvollen Dingen zu suchen, wo sie hereingekommen sind. „Steigen sie durch die Terrassentür ein, ist es meist das Wohnzimmer.“ Einbrecher mit Erfahrung benötigen weniger als zehn Minuten, um ein Haus zu durchkämmen. Bretsch: „Sie stehlen hauptsächlich Bargeld und Schmuck.“

 121 Männer habe die Polizei allein in 2015 festgenommen, die fast alle aus Albanien stammen und sofort einen Antrag auf Asyl gestellt hätten. „Es ist so gut wie sicher, dass sie mehrere Einbrüche verübt haben. Oft können wir ihnen jedoch nur eine Tat nachweisen“, sagte Bretsch. Aktuell ermitteln die Beamten in 201 Komplexen mit einem oder mehreren Tätern und Taten. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei eher mageren 12,6 Prozent.

 Die Polizeidirektion Bad Segeberg informiert am 23. Januar über richtiges Verhalten und Sicherheitstipps gegen Einbruch. Aktualität haben aufgrund der dunklen Jahreszeit vornehmlich Wohnungseinbrüche während der Dämmerung. Wichtig sei, Tatgelegenheiten zu minimieren, indem man sowohl im eigenen Umfeld als auch in der direkten Nachbarschaft ein Auge auf Leute hat, die sich dort ohne erkennbaren Grund aufhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus berät die Polizei zu richtigem Verhalten beim Aufeinandertreffen mit einem Täter und wie genau der Notruf 110 optimal genutzt wird.

 Wie technische Prävention im Detail aussehen und wie zuverlässige Alarmverfolgung durch Alarmanlagen und Videoüberwachung funktionieren kann, demonstriert die Firma MEBO Sicherheit aus Bad Segeberg. Der Meisterbetrieb TIB Tischlerei Bartholl zeigt mechanischen Einbruchschutz durch Nachrüst- und Aufrüstbeschläge für Fenster und Türen. Der Betrieb gehört zu denen, die von der Polizei auf Anfrage als Partner empfohlen werden.

 Der Weiße Ring präsentiert sich als Anlaufstelle für Opfer von Einbrüchen im Speziellen sowie Kriminalität im Allgemeinen und berät zu allen Möglichkeiten von Hilfe und Unterstützung. Die Freiwillige Feuerwehr zeigt, wie Rauchmelder Brandgefahren im Haushalt verringern können. Eine Anmeldung zu den Beratungen ist nicht erforderlich.

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