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Segeberg Integrationsapp für den Kreis gestartet
Lokales Segeberg Integrationsapp für den Kreis gestartet
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15:26 05.02.2019
Integrations-App Integreat soll Migranten im Kreis Segeberg helfen: WAK-Dozent Walid Ayesh, Landrat Jan Peter Schröder, Shamsia Azarmehr, Vorsitzende des Forums für Chancengleichheit und Vielfalt, und Aliihsan Agpak, Ingenieur aus der Türkei, finden die App hilfreich. Quelle: Nadine Materne
Kreis Segeberg

14000 Migranten, das sind EU-Ausländer, Spätaussiedler, Fachkräfte, auch Geflüchtete. Und sie alle stoßen in der Regel auf Hürden, nicht nur sprachliche. Wie kann der ausländische Studienabschluss anerkannt werden, wo gibt es Hilfe bei der Suche nach einem Betreuungsplatz für die Kinder, wie funktioniert das deutsche Gesundheitssystem? In der Smartphone-App „Integreat“ hat der Kreis diese und viele weitere Informationen gesammelt und stellt sie in sieben Sprachen zur Verfügung.

Komplizierte Informationen in der Muttersprache

Am Montag starteten Landrat Jan Peter Schröder, Mitglieder des Integrationsteams der Kreisverwaltung und Migranten symbolisch mit Hilfe eines roten Buttons. Jetzt gilt es, das Handy-Programm und die dazugehörige Webseite bekannt zu machen unter Migranten und Menschen, die mit Ausländern arbeiten und deren Engagement stark erleichtert werden soll.

Walid Ayesh lebt seit vier Jahren in Deutschland. Der Syrer ist Dozent an der Wirtschaftsakademie. Er braucht die App nicht (mehr). „Ich hätte gerne so eine Hilfe gehabt.“ Vor allem am Anfang, als er noch nicht so gut sprechen Deutsch sprechen konnte. Als Vater stand er vor dem Problem, wie er mit einem kleinen Kind zum Arzt gehen kann. Unter dem Punkt Gesundheit gibt die App nun kurze Auskünfte zum Beispiel zu Krankenkasse, Gesundheitskarte, den Arztbesuch, Notrufnummern und Beratungsstellen. Und das in der Muttersprache der Migranten. „Auch wenn Migranten Deutsch lernen sollen“, sagt Walid Ayesh, sei es doch wichtig, dass komplizierte Informationen gerade am Anfang in der Muttersprache verfügbar sind. In seinem Fall Arabisch. Außerdem sind die Infos auf Farsi, Polnisch, Türkisch, Spanisch, Englisch und Deutsch übersetzt. Über eine Suchfunktion können die Nutzer ihr Thema nun auch in ihrer Sprache suchen.

50 Städte und Kreise nutzen das Programm

Friedjof Knier, einer der Entwickler der gemeinnützigen Gesellschaft „Tür an Tür – Digital Factory“ aus Augsburg haben das System vor einem Jahr in Bad Segeberg vorgestellt. Die App ist ein offenes System, das Deutschlandweit in fast 50 Städten und Landkreisen genutzt wird. Der Kreis Segeberg ist in Norddeutschland die erste Region, die "Integreat" nutzt. In der App werden allgemeinde Informationen, die für alle gültig sind – zur Anerkennung von Berufs- oder Studienabschlüssen etwa - und Spezielles zu Angeboten im Kreis. Die App gibt einen knappen Überblick über die Möglichkeiten, Links leiten den Nutzer weiter zu möglichen Ansprechpartnern. Im Programm sind viele Informationen gebündelt und können elektronisch aktualisiert werden. Über eine Feedback-Funktion können Nutzer Hinweise geben: Was fehlt, wo ist eine Info nicht mehr aktuell?

13000 Euro aus dem Integrationsfestbetrag aus 2018 und 2019 finanzieren die App, sagt Neele Martens, Teamleiterin Integration beim Kreis. Kostenintensiv waren die Übersetzungen. Der laufende Betrieb sei nicht mehr teuer. Auch hat der Kreis Segeberg als norddeutsche Modellregion einen Rabatt erhalten.

Von Nadine Materne

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