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Segeberg Jugendhaus wird immer beliebter
Lokales Segeberg Jugendhaus wird immer beliebter
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05:55 19.08.2013
Im Jugendhaus finden Nachwuchsbands wie „Never surrender“ professionelle Proberäume: (von links) Erik Strötzel (Kaltenkirchen), Luisa Nagrapske, Larry Drave (beide aus Henstedt-Ulzburg) und Thore Pelk (Kaltenkirchen).
Kaltenkirchen

Der Erfolg des vom Tausendfüßler-Vereins getragenen Jugendhauses ist unter anderem auf gezielte Werbung zurückzuführen. So gingen die Mitarbeiter beispielsweise in Schulklassen, um ihre Arbeit vorzustellen. Dadurch wurde erreicht, dass neue Besucher mit unterschiedlichen Bildungshintergründen begeistert werden konnten. „So ist uns wie erhofft eine soziale Durchmischung gelungen“, sagt Anke Kehrmann-Panten, Geschäftsleiterin des Tausendfüßlers. Das habe wiederum zur Folge, dass auch immer mehr Mädchen das Angebot nutzen, obwohl die Zahl der Jungen nach wie vor deutlich überwiegt.

 Besonders beliebt sind die Sportangebote, darunter Fußball, Skaten und Breakdance. Bis zu 30 Teilnehmer machen bei den etablierten Kursen mit. Chinesische Kampfsportarten betreiben bis zu 15 Jugendliche regelmäßig.

 Zur Jugendarbeit in Kaltenkirchen gehörten auch immer schon Musikangebote. Daher wurde beim Bau des neuen Jugendhauses darauf geachtet, entsprechende Räume zu schaffen, beispielsweise ein Tonstudio und einen Probenraum. Sie werden inzwischen von mehreren Bands genutzt, die CDs aufnehmen, Videos bearbeiten oder neue Stücke einstudieren. In Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule wird außerdem Schlagzeugunterricht angeboten. Er findet einmal pro Woche statt, derzeit mit zehn Schülern.

 Angeregt vom Bündnis für Familie, läuft seit etwa zwei Jahren ein Theaterkursus. Er wird in Zusammenarbeit mit der Offenen Ganztagsschule der Erich-Kästner-Schule angeboten und von einer Theaterpädagogin und einer Jugendhausmitarbeiterin geleitet. Das Besondere an dem Kursus ist, dass die Teilnehmerinnen - bislang ausschließlich Mädchen - ihre Stücke selbst schreiben und umsetzen. Nebenbei trainieren sie bei den Proben das freie Sprechen.

 Auch an der Grundschule Marschweg ist ein so genannter Theater- und Kulturclub entstanden. Die acht Mädchen und zwei Jungen haben bislang zwei Aufführungen auf die Bühne gebracht. Außerdem wurden Theaterfahrten unternommen.

 Das Kursusangebot des Jugendhauses wird immer wieder dem Bedarf angepasst. Kommen neue Nutzer mit neuen Interessen hinzu, können passende Projekte eingeführt werden. Auf diese Weise ist in der Vergangenheit bereits eine Mutter-Kind-Gruppe entstanden, in der sich eine Zeit lang ehemalige Besucherinnen des Jugendhauses trafen, die inzwischen Mütter geworden waren.

 Das Jugendhaus am Marschweg teilt sich räumlich und organisatorisch in einen offenen Bereich und einen Projektbereich. Zum offenen Bereich zählt zum Beispiel das Jugendcafé. Außerdem sind unter anderem ein Billardtisch, ein Kickerkasten, eine Tischtennisplatte und ein Boxsack vorhanden. Daneben gibt es Gesellschaftsspiele, einen kontrollierten Zugang zum Internet oder auch Playstation-Angebote.

 Die Hauptzielgruppe des Jugendhauses ist 14 bis 21 Jahre alt. Es gibt aber auch Projekte, die sich an Kinder wenden. Eines davon ist das naturpädagogische Angebot „Wildnis“ für 8- bis 13-Jährige. Auch die „Mini-Band“ richtet sich an Unter-14-Jährige.

 Die Arbeit des Jugendhauses leitet Stefan Hüttmann. Zu seinem Team gehören fünf weitere ausgebildete Erzieher. Sie sind für die Kinder und Jugendlichen wichtige Ansprechpartner, häufig auch Vertrauenspersonen. Bei Bedarf helfen sie in Krisensituationen, beispielsweise als Bindeglied zwischen Jugendamt und Familie, oder vermitteln in Konflikten. Beim Gang zu Behörden sind sie auch schon mal als Begleiter dabei. Die hauptamtlichen Mitarbeiter werden in einzelnen Projekten von Honorarkräften unterstützt.

 Geöffnet ist das Jugendhaus montags bis sonnabends von 12 bis 20 Uhr. Sein Vorläufer war die Begegnungsstätte „Kaktus“. Das in die Jahre gekommene Haus wurde abgerissen, damit an selber Stelle der nun genutzte Neubau errichtet werden konnte. Vor dem „Kaktus“ wiederum gab es beim Friedhof das „JUZ“. Auch dieses Gebäude steht inzwischen nicht mehr.

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