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Segeberg Keine gesunde Mischung in der Politik
Lokales Segeberg Keine gesunde Mischung in der Politik
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09:01 24.04.2018
Von Sylvana Lublow
Am 06.05.2018 werden in Schleswig-Holstein die neuen Kommunalparlamente gewählt. Quelle: Daniel Bockwoldt (Symbolbild)
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Bad Bramstedt

In der vergangenen Woche musste die CDU-Fraktion sogar von Ministerpräsident Daniel Günther eine kleine Kritik einstecken, dem auffiel, dass unter den zwölf Direktkandidaten „ein bisschen wenig Frauen“ sind. Und zwar nur zwei. Annegret Mißfeldt (70) kandidiert zum vierten Mal als Spitzenkandidatin und Merle Lauff (26) auf Listenplatz 4 zum ersten Mal.

Etwas besser sieht es in der SPD aus: Dort kandieren gleich fünf Frauen auf den zwölf Direktplätzen. Allerdings sind die meisten von ihnen nicht durch vordere Listenplätze abgesichert: Karin Steffen, Dagmar Neiß und Martina Böttcher belegen die Listenplätze 10 bis 12. Die SPD stellt zurzeit nur sieben Stadtverordnete. Eine echte Chance haben nur Gudrun Baum mit Platz 4 und die jetzige Stadtverordnete Stephanie von Moers mit Platz 2.

Wer hat eine Chance?

Bei der FDP wird wahrscheinlich nur Stadtverordnete Anja Schuppe (Platz 2) wieder ins Gremium gewählt. Die weiteren drei Frauen haben aufgrund ihres Rangs in der Liste kaum eine Chance: Beate Albers Platz 6, Danica Gehringer Platz 11 und Ina Koppelin Platz 12. Die FDP stellt jetzt drei Stadtverordnete.

Bei den Grünen steht es sechs zu sechs auf der Kandidatenliste: Allerdings bewerben sich vier der Frauen auch hier auf den hinteren Plätzen. Ins Rennen gehen nur Iris Westenfelder auf Platz 1 und Sabine Prohn auf Platz 3.

Sieben Frauen unter Stadtverordneten?

Sollte die Wahl ähnlich wie vor fünf Jahren ausfallen, wären wieder nur sieben Frauen unter den Stadtverordneten. Eine „gesunde Mischung“, wie Merle Lauff sie sich in der Kommunalpolitik wünscht, ist das eindeutig nicht. Die 26-jährige kommt aus der Jungen Union. Warum gerade in ihrer Partei die weiblichen Kandidaten so unterrepräsentiert sind, wisse sie auch nicht genau. „Wahrscheinlich sind die Strukturen historisch so gewachsen. In der Jungen Union haben wir dieses Problem nicht.“

In der SPD gibt es eine Quotenregelung: 40 Prozent der Kandidaten müssen Frauen sein. „Die haben wir erfüllt“, sagt SPD-Sprecher Jan-Uwe Schadendorf: „Wir hätten uns das Reißverschluss-Prinzip gewünscht.“ Bei den meisten Frauen sei die Doppelbelastung ein Grund dafür, lieber noch auf einem hinteren Platz zu kandidieren.

Hilft eine Quotenregelung?

Eine Quotenregelung hält Anja Schuppe (FDP) für sinnlos, „wenn man keine Frauen hat, die es machen wollen.“ Schuppe ist seit zehn Jahren Stadtverordnete und findet: „Frauen müssen sich mehr einbringen. Es kann nicht sein, dass nur Männer darüber entscheiden, wie praktikabel Kitas oder Schulen sind.“ Sie könne aber auch verstehen, warum so wenig Frauen in die Kommunalpolitik wollen: „Es ist zeitaufwendig und mühsam. Und die Familienarbeit liegt ja meistens in Frauenhand.“

Iris Westenfelder von den Grünen wünscht sich vor allem auch Frauen „in den weniger frauentypischen Ausschüssen wie für Bildung und Soziales. Wir haben eine Frau im Planungsausschuss, aber da ist noch was offen.“

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