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Kermes mit Grillwurst und Balakalava

Türkische Gemeinde in Bad Bramstedt lädt ein Kermes mit Grillwurst und Balakalava

Geschäftig und gut gelaunt geht es in der Bad Bramstedter Moschee zu. Vier Frauen sind an einem großen Tisch damit beschäftigt, Bakalava zuzubereiten, das ist eine türkische Süßspeise aus Blätterteig. Am Sonnabend, 1. Juni, startet um 10 Uhr der zweitägige Kermes, auf deutsch: Wohltätigkeitsbasar.

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Suzan Algin (von links), Eminel Algin und Nahide Karahan bereiten für den Wohltätigkeitsbasar am Wochenende Blätterteig-Süßigkeiten zu.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. Vier andere Frauen sitzen an einem weiteren Tisch beim zweiten Frühstück, sie haben schon für den Wohltätigkeitsbasar am Wochenende gearbeitet und machen jetzt Pause. Im Hintergrund läuft ein Fernseher, es wird auf türkisch geschwatzt.

 Dilek Agdan, Landesvorsitzende des Frauenverbands der islamischen Kulturvereine, bittet um Entschuldigung für das Durcheinander, im Büro liegt Werkzeug herum: Der Raum soll bis morgen leer geräumt werden. Am Sonnabend und Sonntag werden in der Moschee und rundherum viele Stände aufgebaut; Adresse: Butendoor 12. „Dieses Jahr wird das ein bisschen vielfältiger“, verspricht die Bad Bramstedterin Agdan: Hüpfburg und Ponyreiten sollen vor allem die Kinder erfreuen, ein Clown, der Luftballontiere formt, wird noch gesucht.

 Grillwürste und Pommes sind jedenfalls dabei, dafür begeistern sich Kinder und Erwachsene kulturübergreifend. Außerdem im Angebot: südländische Spezialitäten, Süßspeisen, türkischer Tee und Mokka. Bei der Tombola gibt es keine Nieten und rund 800 Preise zu gewinnen. Hauptpreis ist ein Fahrrad, kündigt Delik Agdan an. Der Erlös des Basars geht an den Türkisch-Islamischen Kulturverein Bad Bramstedt.

 Gebetsräume gehören natürlich auch zur Bramstedter Moschee; ein größerer mit Kanzel für die Männer, ein kleinerer für die Frauen, die die Predigt per Übertragung aus dem Lautsprecher hören. Im Obergeschoss, das nur ohne Schuhe betreten werden darf, liegt außerdem eine kleine Bibliothek. Im Erdgeschoss sind Büro und Küche untergebracht, die Moschee ist für religiöse und für soziale Zwecke offen – „jedenfalls in Deutschland“, erklärt Delik Agdan.

 Eigentümer der Moschee ist „Ditib“, auf Deutsch: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion. Das ist ein Dachverband mit Sitz in Köln und kurzem Draht zur türkischen Regierung. Ihm haben sich bundesweit nach eigenen Angaben 896 Ortsgemeinden angeschlossen, die jeweils als selbstständiger Verein organisiert sind. Viele von ihnen haben, wie die Bramstedter, ihre Moscheen an Ditib übereignet. Gekauft wurde das Haus vor 30 Jahren von Spenden türkischer Einwohner der Stadt.

 Der Bramstedter Verein hat nach Delik Agdans Angaben rund 90 Mitglieder, dazu kommen seit diesem Jahr 30 junge Mitglieder des Jugendausschusses unter der Führung von Yussuf Demir. Agdan leitet den Frauenausschuss, Bahri Karahan ist Vorsitzender des Vereins. Der einzige Hauptamtliche in der Moschee ist Mustafa Gökcinar, der Imam. Er wohnt in der Moschee, er erteilt religiösen Unterricht und wird bezahlt und beaufsichtigt vom türkischen Staat.

 Die Bramstedter Moschee ist Anlaufstelle für rund 1000 Türken, die in der Stadt leben, und diejenigen aus dem Umland, erläutert Delik Agdan; und für alle anderen Moslems. Die islamische Religion ist dabei ein wichtiger Pfeiler, aber Agdan betont auch die soziale und kulturelle Arbeit von Ditib. Als Beispiel verweist sie auf den großen Fernseher in der Küche. Dort sollen zum Beispiel Jugendliche Fußball gucken, damit sie dafür nicht in die Kneipe gehen. „Knabberkram bringt jeder mit.“

 Religion und Alltag sind für viele Moslems relativ eng verzahnt. Imam Gökcinar illustriert das auf türkisch mit einem Sinnspruch: „Faule Menschen liebt weder der Mensch noch Gott.“

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