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Rennpiste statt Rehroute

Korridor in Schmalfeld Rennpiste statt Rehroute

Reifenabdrücke statt Rehspuren: Auf einer sogenannten Magerrasenschneise der Stiftung Naturschutz bei Schmalfeld brettern Motocross-Fahrer über die geschützte Fläche. Weil hier jedoch Wildtiere zur geplanten Grünbrücke über die A7 laufen sollen, appellieren jetzt Umweltexperten an die Fahrer.

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Die Motorradreifen haben tiefe Spuren in die Magerrasenschneise gegraben. Das gefährdet jedoch das Projekt, warnt die Stiftung Naturschutz.

Quelle: Lutz Timm

Schmalfeld. „Lasst den Tieren bitte den Vorrang!“, bitten die Initiatoren. Für Schleswig-Holstein ist die Autobahn 7 die wichtigste Verkehrsader zwischen Hamburg und Dänemark, für Wildschwein, Hirsch und Co. bedeutet sie jedoch das Ende des Lebensraums. Damit das nicht so bleibt, wird derzeit bei Bad Bramstedt eine Grünbrücke über die Autobahn errichtet, die die Natur östlich und westlich der Trasse miteinander verbinden soll. Damit die Tiere die Überführung auch finden, haben Dr. Björn Schulz und Sophie Desaga von der Stiftung Naturschutz im Dezember auf dem entwidmeten Weg eine Magerrasenschneise anlegen lassen. Die rund 450 Meter lange und rund 30 Meter breite Schneise diene dazu, die Tiere weiträumig zur Querung über die Autobahn zu leiten.

Die Ökologen vermuten keine böse Absicht

Doch kurz nachdem die Schneise fertig war, haben Motorradfahrer die durch einen Wall abgesperrte Fläche für sich entdeckt und als Rennpiste benutzt. Vermutlich stecke keine Absicht hinter der Zerstörung der Flächen, sondern eher Unwissenheit, sagen die Ökologen. Der von Bäumen befreite Korridor, auf dem auch die obere Erdschicht abgetragen und zu dünenähnlichen Wällen am Rand aufgeschüttet wurde, könne leicht als Baustelle fehlgedeutet werden. Dennoch sei es fatal für die Tiere und Pflanzen, wenn dort Motorräder führen und sich der Bereich zu einer inoffiziellen Trainingsstrecke entwickelt. Für die Verknüpfung tierischer Lebensräume dies- und jenseits der A7 seien die Ausflüge der Motorsportler kontraproduktiv. Auch wenn die unbekannten Motocross-Fahrer ohne Kennzeichen und mit Helmen kaum zu fassen seien, hoffen die Beteiligten auf ein Einsehen „zum Wohl der Natur“.

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