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Segeberg "Sie sind jetzt Deutsche"
Lokales Segeberg "Sie sind jetzt Deutsche"
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20:06 19.11.2018
Bei der Einbürgerungsfeier in der Remise in Bad Segeberg erhielten insgesamt 14 Segeberger aus elf Nationen die deutsche Staatsbürgerschaft. Quelle: Nadine Materne
Bad Segeberg

„Ich bin so stolz“, erklärt Hannaa Krause-Kodade als sie ihre Urkunde bekommt. Deutschland sei ihre zweite Heimat. Hier komme ihre Familie her. „Mein Mann, meine Schwiegermutter“, sagt sie. 2012 hat sie ihren Mann kennengelernt. In Marokko am Strand. Seit etwas mehr als drei Jahren lebt sie nun in Wahlstedt bei ihm, sie sind verheiratet, das zweite Kind ist unterwegs. „Eine Tochter haben wir schon.“

Acht Jahre müssen Einbürgerungswillige in der Regel im Land gelebt haben

Drei Jahre Wartezeit ist die Ausnahme und möglich weil das Paar verheiratet ist. Normalerweise müsse man für eine Einbürgerung acht Jahre legal im Land gelebt haben, erklärt Sandra Fait-Böhme von der Einbürgerungsbehörde. Dazu müssen Kenntnisse der Sprache und der gesellschaftlichen Ordnung vorliegen. Bewerber für die deutsche Staatsbürgerschaft müssten zudem unbescholten sein – dürfen keine schweren Straftaten begangen haben – und in der Lage sein ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Etwa 300 Segeberger werden jährlich eingebürgert.

Mit zwölf Jahren ist Nicole Rakowski die Jüngste bei der Einbürgerungsfeier. „Ich bin in Deutschland geboren“, erzählt die Norderstedterin. Ihre Eltern sind aus Polen. Immer wenn ihre Staatsbürgerschaft abgefragt wurde, musste die Jugendliche „polnisch“ angeben. Deshalb habe sie selbst den Wunsch geäußert, zusätzlich die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. „Ich spreche besser deutsch als polnisch“, sagt sie.

Mit 74 Jahren nimmt Carol Jean Petersen die deutsche Staatsbürgerschaft an. „Ich lebe seit 45 Jahren in Deutschland. Das ist mein Zuhause“, sagt die Britin. Jetzt habe sie es zu Ende bringen wollen. Auch mit dem Brexit im Hintergrund. Sie wolle weiterhin EU-Bürgerin bleiben.

Nicht jeder darf seine alte Staatsbürgerschaft behalten

Aus elf Nationen kommen die 14 Eingebürgerten. Nicht alle dürfen ihre alte Staatsbürgerschaft behalten. Nguyen Duc Truong etwa gibt seinen vietnamesischen Pass ab, Boureima Moumouni verliert seinen nigrischen mit Übergabe seiner Einbürgerungsurkunde. Der kolumbianischen Staatsbürgerschaft trauert Luisa Fernanda Lietz nicht hinterher. „Nach Deutschland zu kommen war mein Traum“, sagt die Henstedt-Ulzburgerin. Als Au-Pair wurde ihr Traum vor einigen Jahren wahr. Auf einem Flug nach Bogota lernt sie dann ihren deutschen Ehemann kennen. Sie haben zwei Kinder. „Ich habe hier alles.“

Von Nadine Materne

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