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Behörde hat Dackel zu Kampfhund erklärt

Kreis Segeberg Behörde hat Dackel zu Kampfhund erklärt

Karl-Heinz P. (73) ist entsetzt. Sein Rauhaardackel Axel (6), Schulterhöhe 25 Zentimeter, habe angeblich mal einen Menschen attackiert. Deshalb hatten Behörden Axel zum Kampfhund erklärt, im Amtsdeutsch: „Gefährlicher Hund“. Das kann der Rentner aus einem Dorf im Kreis Segeberg nicht nachvollziehen.

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Karl-Heinz P. ist traurig. Sein Rauhaardackel Axel, Schulterhöhe 25 Zentimeter, ist von den Behörden als gefährlicher Hund eingestuft worden. Möglicherweise muss P., der unter Demenz leidet, seinen Hund jetzt abgeben, den wichtigsten Sozialkontakt, den er hat.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Viel schlimmer noch: Er fürchtet, dass er seinen Hund abgeben muss. Auch, weil P. neben einem Versicherungsnachweis und Führungszeugnis auch eine Bescheinigung vorlegen muss, dass er Sachkunde im Hundehalten besitzt. Das fällt ihm wegen einer Erkrankung schwer, obwohl er seit Jahrzehnten Dackel besitzt. Er leidet unter Demenz.

Hund ist der einzige soziale Kontakt

Seine rechtliche Betreuerin wäre betrübt, wenn P. den Hund verlieren würde. Sie setzt sich dafür ein, dass er den Hund behalten darf. „Der Dackel ist der einzige soziale Kontakt“, sagt sie. „Ohne den Hund würde P. wohl nicht mehr das Haus verlassen und spazieren gehen.“

Allerdings gab es wohl schon gravierende Vorfälle mit Axel. Laut einer Strafanzeige hatte der Dackel einer Frau in den Oberschenkel gebissen. Im September 2016 war Axel von den Behörden deshalb als „gefährlicher Hund im Sinne des Hundegesetzes“ eingestuft worden.

Es droht P., dass er seinen Dackel abgeben muss.

In diesen Tagen deutet sich allerdings Rettung für P. an. Dackel Axel wurde auf Anregung der Betreuerin von P. einem offiziellen Tiergutachter vorgestellt. Der schriftliche Bericht liege zwar noch nicht vor, sagt P.'s Betreuerin. Sie habe aber bereits vernommen, dass der Hund als unauffällig und ungefährlich beschrieben werde.

Behörde macht Hoffnung

Die zuständige Amtsverwaltung macht P. Hoffnung. Wenn der Hund weiterhin als gefährlicher Hund eingeschätzt werde, würde es für den Tierhalter zwar schwierig, den Dackel behalten zu dürfen. Falls der Tierarzt den Hund aber als „eindeutig positiv“ bewerte, könne das Amt die Einstufung „gefährlicher Hund“ wohl zurücknehmen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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