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Segeberg Kein Neuwald: Ackerbau lohnt sich mehr
Lokales Segeberg Kein Neuwald: Ackerbau lohnt sich mehr
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06:01 27.11.2018
Von Gerrit Sponholz
Diplom-Forstingenieur Eckehard Heisinger aus Weitewelt (Seedorf) wirbt für Baumpflanzungen. Wälder seien natürliche Klimaanlagen. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Heisinger (68), der auch Landesvorstandsmitglied im Bund Deutscher Forstleute ist, ist überzeugt, dass der Klimawandel im Gange ist. Er schlägt, auch im Namen seiner berufsständischen Organisation, Alarm. Um das natürliche ökologische Gleichgewicht zu erhalten, müssten die Waldflächen dringend vermehrt werden. „Gesunde, zusammenhängende Wälder funktionieren wie eine gigantische Klimaanlage.“

Alte Eiche produziert Sauerstoff für zehn Menschen

„Eine hundertjährige Eiche mit ihren 150000 Blättern speichert 5000 Kilogramm Kohlendioxid und gibt bis zu 5000 Kilogramm Sauerstoff ab.“ Das decke den Jahresbedarf von zehn Menschen. „Die Wurzeln saugen jährlich 50000 Liter Wasser aus dem Boden, das über die Blätter ausgeschwitzt wird und damit die Luft in ihrer Umgebung abkühlt. Und die Eiche filtert wie ein riesiger Staubsauger mit ihren Blättern bis zu einer Tonne Staub und Schadstoffe aus der Luft.“

Für Heisinger ist klar: Stürme werden zunehmen, ebenso Starkregen und Trockenperioden. Mehr Wald schüfe Stabilität. Nötig sei ein Anstieg des landesweiten Waldanteils von heute zwölf Prozent auf 20 Prozent.

Große Flächenkonkurrenz

Selbst wenn der politische Wille eines Tages für massive Aufforstungen vorhanden sein sollte: Es gebe noch viele Stolpersteine. Das Forstpersonal sei in den vergangenen Jahrzehnten um die Hälfte gekappt worden. „Wer soll die Arbeit dann leisten?“, fragt Heisinger. Und Landfläche sei mittlerweile knapp und Spekulationsobjekt.

Das Problem kennt Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes und Gutsbesitzer in Pronstorf. Ökologisch sei Waldbildung sinnvoll. Doch 100 Hektar Wald erlösen rund 10000 Euro pro Jahr, rechnet er vor. „Das reicht nicht mal für das Gehalt eines Försters.“ Eine gleich große Ackerfläche bringe dagegen 40000 Euro.

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