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Segeberg Mit 3D-Drucker alte Kokerei nachgebaut
Lokales Segeberg Mit 3D-Drucker alte Kokerei nachgebaut
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11:44 08.09.2018
Von Gerrit Sponholz
Hans-Martin Ehlers (links) und Matthias Osbahr bauten in 5000 Arbeitsstunden die Kokerei Hansa aus Dortmund nach. Quelle: Klaus J. Harm
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Seedorf

Seit der Schulzeit in Bosau befreundet, hatten sie 2008 auf einer „Männertour“ durch das Ruhrgebiet Bergwerke besichtigt, darunter die ehemalige Kokerei Hansa in Dortmund. Dort war von 1928 bis 1992 Steinkohle zu Koks verarbeitet worden, der für die Verhüttung von Eisenerz zu Stahl dringend benötigt wurde. Aber auch die bei der Verkokung entstehenden Nebenprodukte wie Teer, Bitumen, Ammoniak und Benzol wurden auf der „weißen Seite“ der Kokerei weiterverarbeitet. Seit 1998 ist die Anlage Industriedenkmal.

Tausende Fotos als Vorlagen

2012 fuhren sie erneut in den Ruhrpott. Sie machten tausende Fotos, besorgten sich von der Stiftung Industriedenkmal die Bauzeichnungen und beschlossen den Nachbau in kleinerem Maßstab: „Jetzt machen wir mal was Ordentliches!“

Sie kontaktierten viele Teilehersteller. Einen Modellbauer fanden sie auch in Dänemark, Günther Huppert. Ihn konnten sie von der Idee begeistern. Mit einem Laserschneidgerät seiner Firma produzierte er für sie die benötigten Einzelteile. Auch von anderen Modellbaufirmen wurden sie unterstützt. So spendierte Tillig die Gleisanlagen. Und von Kibri, allen Modellbauern gut bekannt, kamen Figuren und Fahrzeuge.

Steinestruktur mit Laser eingebrannt

In der Werkstatt von Hans-Martin Ehlers in Dakendorf entstanden die ersten Rohmodelle aus lasergeschnittenen Pappwänden. Auch die Backsteinziegel-Struktur wurde bereits mit dem Laser eingebrannt. Rohre, Pumpen und Kessel ließen sie Stück für Stück mit einem 3D-Drucker herstellen. Mit Airbrush wurde Patina aufgesprüht. Bäume entstanden in Handarbeit aus Seeschaum und grünen Plättchen.

Am Sonnabend wird das zwölf Quadratmeter große Modell, in sechs Teile zerlegt, nach Dortmund gebracht. Dort wird es am Tag des offenen Denkmals am Sonntag präsentiert. Nach zwei Monaten kommt es zurück und wird in die Modelleisenbahnanlage von Hans-Martin Ehlers eingebaut.

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