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Segeberg Voller Einsatz für Radfahrer
Lokales Segeberg Voller Einsatz für Radfahrer
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06:00 23.04.2016
Von Gerrit Sponholz
Der neue Radverkehrsbeauftragte Joachim Brunkhorst möchte weitere überdachte und überwachte Radstationen wie in Norderstedt schaffen. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Arbeit wird Joachim Brunkhorst viel haben. „Das wird ein Vollzeitjob“, sagt der pensionierte Studiendirektor, der auch für die CDU in der Stadtvertretung sitzt und den Kreisverband der Europa-Union führt.

 Der Zustand der Radwege etwa in Bad Segeberg ist „teilweise katastrophal“. Wege seien nicht gut in Schuss. Seine Idee: Abhilfe könnte etwa ein Radfahrer-Schutzstreifen auf der Hamburger Straße schaffen. Eigene Radwege an Kreisstraßen hält er nicht für notwendig. Es reiche aus und sei sicherer, auf der Straße zu fahren.

 In Norderstedt kämpfte er für die erste überdachte und überwachte Radstation, die bis zu 450 Fahrräder aufnehmen kann und einen Reparaturservice bietet. Eine erste wurde vor wenigen Monaten an der U-Bahn-Station am Rathaus eingeweiht. Am Herold-Center soll eine zweite folgen. Außerdem plant Brunkhorst, die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken.

 Als „schrecklich“ empfindet er das Hupen von Autofahrern, wenn sie Radler von der Straße auf den Radweg drängen wollen. Wozu Radler wegen fehlender Benutzungspflicht des Radweges aber oft gar nicht gezwungen seien, sagt Brunkhorst. Das Hupen erschrecke Radler übermäßig. Besser sei ein Zuruf des Autofahrers.

 Gerne will Brunkhorst ein Radtouristikkonzept mitentwickeln und für die Team-Aktion Stadtradeln im Juni werben. Und auch ein neues Radverkehrskonzept für den Kreis soll her. Dieser hatte die Aufgabe ausgeschrieben, aber keine passende Firma gefunden.

 Zunächst will sich Brunkhorst aber bei den Bürgermeistern und Gemeinde- und Stadtvertretungen nach deren Wünschen und Besorgnissen im Radverkehr umhören. Er wird die Umgebungen selbst erkunden, hat sein Klapprad im Kombi immer mit dabei.

 Viel Arbeit sieht Arne Hansen (Grünen-Fraktion), Vorsitzender der Kreisumweltausschusses, auf Brunkhorst und den ebenfalls neu gebildeten Radverkehrsbeirat zukommen, die künftig Kreispolitik und Kreisverwaltung in Radfragen beraten. Viele Radwege wie an der B432 seien in schlechtem Zustand, bedauert Hansen. Zuschüsse für den Bau von Radwegen drohen allerdings spärlicher zu fließen, nachdem ein Bundesverwaltungsgerichtsurteil die Radfahrer weitgehend auf die Straße zwingt und Radwege damit für überflüssig erklärt.

 Und wenn Radler mal den Radweg nutzen, geraten sie zunehmend in die Bredouille. Denn an Straßen existiert oft nur ein Radweg, der aber wegen des Rechtsfahrgebots, das auch für Radler gilt, nur in Fahrtrichtung genutzt werden darf, nicht für den Gegenverkehr.

 Und, als ob das noch nicht genug wäre: Zunehmend nutzen ältere Bürger motorunterstützte Räder (Pedelecs). Auch für diese fixen Radler müssen die Wege jedoch geeignet sein.

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