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Segeberg Höhere Müllgebühren sind beschlossen
Lokales Segeberg Höhere Müllgebühren sind beschlossen
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18:02 05.12.2018
Die Gebühren für die Müllabfuhr werden im kommenden Jahr steigen. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Die drei meistgenutzten Tarife liegen etwas unter der durchschnittlichen Erhöhung: 21 666 Haushalte – über 36 Prozent der Kunden – nutzen den Tarif BioPlus S mit einer 80-Liter Biotonne, einer 240-Liter-Papiertonne und einer 120 Liter Restabfall-Tonne, die zweiwöchentliche geleert werden. Das kostete nach der Erhöhung in 2018 im Jahr 223,80 Euro. Für 2019 müssen die Kunden dafür 37,80 Euro mehr berappen – eine monatliche Steigerung von 3,15 Euro. Das entspricht einer Gebührenerhöhung von 16,9 Prozent. 

Preissteigerungen zwischen 15 und über 22 Prozent

Für den Tarif BioPlus M mit einer 120-Liter-Biotonne steigt der Jahresbeitrag von 229,80 auf 270 Euro – plus 17,5 Prozent. 8971 Haushalt nutzen diesen Tarif, knapp über 15 Prozent der Kunden. Der am dritthäufigsten gebuchte Tarif ist der BioPlus 0 ohne Biotonne (7747 Haushalte). Das Entgelt steigt von 211,20 Euro auf 244,80 – plus 15,9 Prozent. 

Die drei Tarife mit den größten Steigerungen von über 22 Prozent betreffen insgesamt weniger als 0,5 Prozent der Kunden.

Erstmals wurde auch detailliert offengelegt, wie es zur Finanzierungslücke kam. Mathias Kossyk, Geschäftsführer der K+W Wirtschaftsberatung, erklärte die Hintergründe in einer Informationsrunde für die Bürgermeister vor der Verbandsversammlung. Vor einigen Jahren war eine Überdeckung von 3,5 Millionen Euro entstanden, die wieder an die Kunden zurückgegeben werden musste. 2017 – das Geld war aufgebraucht – sei dann immer noch von einer Entgeltüberdeckung von 1,5 Millionen Euro ausgegangen worden. Die Entgelte blieben unverändert. Kretschmer habe den Betrag einsparen wollen. Die Rechnung ging nicht auf, 2017 fehlten fast 1,3 Millionen Euro. 

Jaacks: "Dann wurde 2017 nicht mit offenen Karten gespielt"

Also war die geplante Rückgabe also nie vorhanden, fragte Elleraus Bürgermeister Ralf Martens nach. Und Hans-Heinrich Jaacks, Bürgermeister in Krems II kritisierte: „Dann wurde 2017 nicht mit offenen Karten gespielt.“

Man habe nicht falsch kalkuliert, verteidigte sich Kossyk. „Ich fand das damals auch ambitioniert.“ Aber: „Das ist irgendwann nicht mehr in meiner Entscheidung.“ Er sei dann lediglich „Rechenknecht“. „Im Nachhinein war die Entscheidung falsch“, räumte Kossyk ein. „Die macht uns jetzt echt Bauchschmerzen.“ Die Unterdeckung 2017 mache fünf Prozent der Entgelterhöhung aus. 

3,3 Prozent der Steigerung sollen auf die Abfindung des früheren WZV-Chefs Jens Kretschmer zurückzuführen sein.

Dazu kommt eine für 2019 errechnete Unterdeckung von 1,1 Millionen. Die Entsorgungskosten seien gestiegen, beim Biomüll allein um neun Prozent. Die Umsätze beim Papier seien gesunken, dazu kommen Lohnsteigerungen und Investitionen für neue Fahrzeuge. Unterm Strich muss die Entgelterhöhung fast drei Millionen Euro abdecken.

Da Über- und Unterdeckung innerhalb von drei Jahren ausgeglichen werden müssen, erklärte Kossyk, können die Verluste nicht gestreckt werden. „Und wir wollen nächstes Jahr nicht wieder hier stehen.“

Infotermine zur neuen Entgeltstruktur

Informationen zu den neuen Entgelten gibt der WZV heute, 6. Dezember, 18 Uhr beim WZV in Bad Segeberg, Am Wasserwerk 4; am Montag, 10. Dezember, 18 Uhr in Kaltenkirchen, Bürgersaal im Gymnasium am Flottkamp 34 und Dienstag, 11. Dezember, 18 Uhr, Bürgerhaus Trappenkamp, Am Markt 3.

Von Nadine Materne

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