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Segeberg Mittler zwischen Kita und Migranten
Lokales Segeberg Mittler zwischen Kita und Migranten
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18:01 21.11.2018
Sie helfen Migrantenfamilien durch den Bürokratie-Dschungel der Kinderbetreuung: 13 neue Kitalotsen wurden von Mitarbeitern der Familienzentren ausgebildet und haben haben nun ihr Zertifikat von Landrat Jan Peter Schröder (oben) in Bad Segeberg erhalten. Quelle: Nadine Materne
Kreis Segeberg

Die Probleme beginnen oft schon mit dem Brief von der Kita über die Bestätigung eines Betreuungsplatzes an. „Migranten verstehen oft nicht, dass man den Platz dann auch noch bestätigen muss“, erzählt Anke Bruder vom Familienzentrum Trappenkamp. Die 13 neuen Kitalotsen im Kreis haben oder hatten selbst eigene Kinder in Betreuungseinrichtungen

„Das größte Problem war die Sprache“, erinnert sich Brwin Masho aus Syrien, Mutter von drei Kindern. Und alle anderen anwesenden Kitalotsen nicken. Sie können sich noch gut daran erinnern, wie es war im wahrsten Sinne verständnislos vor den Betreuern zu stehen oder vor einem komplizierten Brief.

In Zukunft können sich Kindergärten mit Kindern von Migranten an eines der Familienzentren wenden, und um die Unterstützung eines Kitalotsen bitten. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak. Viele sprechen mehrere Sprachen. Kurdisch, Türkisch, Persisch, Arabisch, Dari, Pashtu, Englisch, Italienisch zählen die Lotsen auf. Viel zu bescheiden schieben fast alle hinterher: „Und ein bisschen Deutsch“.

Sie helfen Erziehern und Einrichtungsleitern dabei, Eltern von Migrantenkindern wichtige Dinge zu erklären und kulturell zu vermitteln. Bei Eltern- und Entwicklungsgesprächen, bei bürokratischen Hürden. Die Lotsen können auf den kulturellen Hintergrund der Familien eingehen. „Viele Migranten wissen nicht, dass man in Deutschland alles unterschreiben muss, damit es gültig ist“, nennt Projekt-Koordinatorin Dagmar Kristoffersen ein Beispiel. 

„Integration fängt bei den Kindern an“, sagt Landrat Jan Peter Schröder, der den Lotsen nun ihre Zertifikate übergeben hat. Dass Kinder von Flüchtlingen und Migranten den Kindergarten besuchen, sei sehr wichtig. Um die Sprache zu lernen, aber auch für die Einheimischen, die lernen, dass das Kind aus Afghanistan genauso ist wie sie selbst. 

Während der Qualifizierung wurden die Kitalotsen zudem in Themen wie Kinderrechte, gesunde Ernährung, Umgang mit dem Handy, Vorsorgeuntersuchungen und zum Asylverfahren geschult. Das Zertifikat zum Kursus ist in ganz Schleswig-Holstein gültig.

Von Nadine Materne

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