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Segeberg Kaufhaus schließt die Türen
Lokales Segeberg Kaufhaus schließt die Türen
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06:00 13.05.2016
Von Harald Becker
Mit einem Räumungsverkauf endet am Freitag um 18 Uhr die Geschichte des Kaufhauses Christiansen in Leezen. Quelle: Harald Becker
Leezen

Die fast acht Jahrzehnte Familientradition wecken bei so manchem Leezener Erinnerungen an die „gute alte Zeit“. Gegründet wurde das Geschäft von Hildegard und Walter Christiansen, Onkel und Tante der jetzigen Inhaberin. „Im Jahr 1954 kam ich nach Leezen und habe hier Einzelhandelskauffrau gelernt“, berichtet Ingrid Sarau. Zwei Jahre später folgte Klaus Sarau als weiterer Lehrling. „Wir haben uns quasi am Arbeitsplatz kennen und lieben gelernt.“ 1965 übernahmen die Saraus auf Leibrentenbasis das Ladenlokal, das verkehrsgünstig an der Bundesstraße 432 liegt. Auf 200 Quadratmetern Verkaufsfläche wurde seit 1970 am jetzigen Standort – vorher war das Geschäft im derzeitigen Sparkassengebäude – unter der Flagge von Spar und Edeka neben Lebensmitteln alles Mögliche feilgeboten. „Das ging über Gardinen, Haushaltswaren und Spielzeug bis hin zu Eisenwaren“, erzählt Ingrid Sarau. Bürgermeister Ulrich Schulz ergänzt: „Wenn man etwas suchte und woanders nicht bekam, bei Christiansen bekam man es bestimmt.“

 Mit der Zeit wurde das Geschäft allerdings schwieriger, da in der unmittelbaren Nachbarschaft zwei große Supermarkt-Ketten Filialen eröffneten. Ohne Angestellte machten Ingrid und Klaus Sarau weiter. Ab und zu halfen die drei Töchter mit. „Sie haben allerdings andere Berufe ergriffen, deshalb kommt eine Geschäftsübernahme auch nicht in Frage“, sagt die Geschäftsfrau, deren Ehemann im vergangenen Jahr starb. Die Verkaufsfläche wurde daraufhin auf 80 Quadratmeter verkleinert und das Angebot merklich ausgedünnt. Zeitungen, Zeitschriften, Tabakwaren und nicht verderbliche Restposten wurden – neben der Lotto & Toto-Annahmestelle – noch angeboten.

 „Mit zwiespältigen Gefühlen schließe ich, denn das Kaufhaus Christiansen war schließlich mein Leben. Das Gebäude will ich jetzt verkaufen und in eine kleine Wohnung ziehen, möglichst in Leezen“, erklärt Ingrid Sarau, die viele Kunden schon seit Jahren kennt und mit Namen begrüßt. „Vielleicht wird demnächst auch mal eine Urlaubsreise folgen, denn die hat es seit vielen Jahren nicht gegeben“, blickt sie in die Zukunft.

 „Das Kaufhaus war für die Versorgung der Leezener zentraler Anlaufpunkt“, sagt Bürgermeister Schulz. Einige Schnäppchen, wie Sekt- und Weingläser , sind auch heute noch zu ergattern.

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