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Segeberg Logopak-Arbeitsplätze in Hartenholm sind sicher
Lokales Segeberg Logopak-Arbeitsplätze in Hartenholm sind sicher
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20:49 17.04.2009
Hartenholm

Die Brüder Ditrich sind die Söhne von Dominique Dantan-Ditrich. Sie ist die langjährige Lebensgefährtin von Chris Hastings-Long, der seit Beginn des Jahres erkrankt ist. Nach der Diagnose Burnout und einem Krankenhausaufenthalt ist der Brite, der das Unternehmen vor 31 Jahren gegründet hat, derzeit noch zur Rehabilitation. Wo er sich aufhält, wollten die beiden Prokuristen nicht verraten.

Als im Herbst vergangenen Jahres die weltweite Wirtschaftskrise das Ende von Unternehmen einleitete, Auftragseinbrüche bei Produzenten Kurzarbeit und Entlassungen verursachte, läuteten auch bei Logopak die Alarmglocken. Die Auftragsbücher waren nicht mehr so prall gefüllt wie gewohnt. Langfristige Planungen mussten zurückgefahren werden.

Erste spürbare Signale für die Belegschaft in Hartenholm folgten im Oktober. Unter anderem eine Stunde Mehrarbeit wurde einvernehmlich mit der Arbeitnehmervertretung (einen Betriebsrat gibt es bei Logopak nicht) ebenso vereinbart, wie die Nichtvergütung von Überstunden. Diese Maßnahmen seien bei der Belegschaft, zu der auch 15 Auszubildende gehören, auf Verständnis gestoßen, betonten die beiden Ditrichs.

Anfang des Jahres erkrankte Firmeninhaber Hastings-Long - so schwer, dass er als nicht mehr geschäftsfähi galt. Das Gericht setzte den Steuerberater Rolf Lippert als seinen Betreuer ein.

Die Brüder Ditrich und er kamen überein, das großzügige Sponsoring für Tennis mit dem TC Logopak nicht mehr aufrecht zu erhalten. Weder in der 2. Bundesliga noch in der Regionalliga wird deshalb künftig eine Mannschaft aus Hartenholm antreten. Rund 35 Spieler stehen nun ohne Verein da. Mit Hastings-Long fehlte plötzlich der „Motor des Tennissports“, erklärten die Brüder Ditrich. Das sei nicht aufzufangen gewesen.

Auch eine finanzielle Beteiligung an der Veranstaltung Rock op'n Dörp wird es nicht mehr geben. Das Spektakel auf dem Flugplatz Hartenholm, bei dem auch schon der Rock-Weltstar Bob Geldof auftrat, wurde offiziell von einer GmbH ausgerichtet, deren Gesellschafter Hastings-Long und Oliver Anhuth sind. Doch ohne Hastings-Longs Geldspritze ist der teure Aufmarsch der Stars nicht finanzierbar.

Den Brüdern Ditrich, die seit 2000 im Betrieb unter anderem in der Leitung der Bereiche Marketing und Einkauf tätig sind, war von Hastings-Long in den vergangenen zwei Jahren immer mehr Verantwortung übertragen worden. Und der hätten sie sich nun auch mit weitreichenden Entscheidungen stellen müssen, erläutern sie. Wichtig sei für die Geschäftsleitung der Fortbestand von Logopak Systeme und der eigenständigen Gesellschaften in Süddeutschland, England, den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Polen und den USA.

Ein gesundes Maß an Aufträgen sei vorhanden, betonten die Prokuristen. Das Unternehmen sei kein typischer Maschinenbauer mit Abhängigkeiten von wenigen großen Firmen. „Wir sind branchenbreit aufgestellt, konstruieren und bauen nicht nur Maschinen, sondern leisten auch Service“, betonten die Brüder Ditrich. Zwei im vergangenen Jahr gebaute Gebäude für Montage und Logistik wurden in Betrieb genommen. Noch im Bau ist ein großes, repräsentatives Reetdachgebäude, das als Technologiezentrum zum Spätsommer fertig sein soll. Es soll allein von der Firma Logopak Systeme genutzt werden und nicht, wie mal angedacht, auch Heimat der Op´n Dörp GmbH werden.

Hartenholm sei nach wie vor der einzige Standort, an dem Europas führender Hersteller von Ettikettiersystemen entwickelt und produziert, stellen Ditrichs heraus. Weltweit arbeiten 300 Menschen für Logopak. „Aktuell bereiten wir die Umwandlung der Firma Logopak Systeme, die von Hastings-Long bislang als Einzelunternehmer geführt wurde, in eine Gesellschaft noch für dieses Jahr vor“, betonten Olivier und Stéphane Ditrich. Chris Hastings-Long habe das bereits vor seiner Krankheit angeschoben und unterstütze den jetzt eingeschlagenen Weg. „Wir telefonieren fast täglich miteinander“, betonten die Prokuristen. Sie sagten aber auch, dass der Firmenchef seit Anfang diesen Jahres nicht mehr in Hartenholm war. Wann er wieder in sein Unternehmen zurückkehrt, sei zur Zeit nicht absehbar.

Auch wenn der Betrieb in diesem Jahr kein Großsponsoring durchführen wird, so möchte das Unternehmen sein soziales Engagement in der Gemeinde fortsetzen, um die Verankerung mit Hartenholm zu zeigen. Deshalb wurde beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr auch in diesem Jahr mit einer Spende bedacht.

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