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Erstmals in Schleswig-Holstein: Elektrobus ohne Fahrer

Machbarkeitsstudie Erstmals in Schleswig-Holstein: Elektrobus ohne Fahrer

In Wahlstedt könnten erstmals in Schleswig-Holstein elektrisch betriebene Busse fahren – ohne Fahrer. Sie sollen dank Satellitensteuerung und vieler Sensoren am Wagen unfallfrei auf zuvor eingespeicherten Strecken pendeln. Das wäre nicht nur im Norden einmalig, sondern in ganz Deutschland.

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Fährt ganz ohne Fahrer: Der Elektrobus „Arma“, der in Dangast in Niedersachsen getestet wurde.

Quelle: Büro autoBus

Kreis Segeberg/Kiel. Der Kreis Segeberg und die Stadt Wahlstedt planen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. „Ich finde die Idee prima“, sagt Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) zu dem Projekt. „Das ist eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Nahverkehrs.“ Meyer hofft insbesondere darauf, dass ländliche Räume von den autonomen Elektrobussen profitieren können.

Die Machbarkeitsstudie, über die am Mittwoch im Umweltausschuss des Kreises Segeberg und wenige Tage später im Wahlstedt beraten wird, soll 11424 Euro kosten. Der Anstoß kam von der Stadt und von Claudius Mozer von der SVG Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft der Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Segeberg.

Der E-Bus könnte eine alte Lücke stopfen. Denn der am Ortsrand Wahlstedts gelegene Bahnhof der Nordbahn ist schlecht angebunden. Ein Busverkehr dorthin war aufgeben worden, weil zu wenig Kunden mitfuhren. Stattdessen steuern Busse aus Wahlstedt nun Bahnhöfe in Fahrenkrug und Rickling an.

Der autonom fahrende E-Bus wäre billiger und umweltschonender als ein herkömmliches Dieselfahrzeug, sagt Mozer. Die Machbarkeitsstudie soll ein Fachbüro aus Berlin erstellen. Die Firma „Büro autoBus“ sei kompetent und zuverlässig.

Dort ist einer der Chefs, Holger Michelmann, optimistisch. Sein Unternehmen habe 2016 bei vier Probefahrten in deutschen Städten auf einem Klinikgelände, in einem Park, an einem Einkaufszentrum und an einer Seepromenade positive Erfahrungen gesammelt. An der Promenade im niedersächsischen Dangast fuhr beispielsweise der Elektro-Bus „Arma“ des französischen Herstellers Navy. Die Versuche hätten viel Interesse in Deutschland geweckt.

Der Bus soll elektrisch betrieben und etwa zehn bis 15 Passagieren Platz bieten. Zunächst würde mit Fahrer gefahren, später ohne. Programmiert wäre eine feste Route mit einem festen Fahrkorridor. Selbst ein Überholen wäre möglich, etwa bei einem Hindernis auf der Straße.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

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