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Segeberg Marderhund breitet sich weiter aus
Lokales Segeberg Marderhund breitet sich weiter aus
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10:00 15.03.2019
Marderhunde breiten sich aus. Jäger sehen den Zuwanderer kritisch, der Allesfresser bedroht heimische Arten. Quelle: Julian Stratenschulte/DPA
Strenglin

„Der Marderhund frisst alles, was ihm vor die Schnauze kommt“, sagt Schlüter. Von Mäusen und Bodenbrütern aller Art bis hin zu Amphibien und Insekten. Auch Gelege von Vögeln sind nicht sicher vor dem vermeintlich putzigen Räuber.

Seit Jahren breitet sich der Marderhund ungehindert aus

„Der Marderhund ist sehr flexibel, auch Aas und Obst frisst er“, betont Schlüter. Da der Marderhund in Europa keine natürlichen Feinde hat, breitet er sich seit 20 Jahren ungehindert aus. Eigentlich ist er in Ostasien zu Hause. Als Nahrungskonkurrent bedroht er nicht nur die heimische Vogelwelt, sondern auch hiesige Prädatoren, wie Fuchs und Marder.

Mit dem Marder hat der Marderhund nichts zu tun. Er gehört zu den Hundeartigen, ist fuchsgroß und ähnelt einem Kleinbären. Dem nachtaktiven Tier ist schwer beizukommen. „Nachts können wir nichts tun“, sagt Schlüter.

Wenn die Tiere bei Sonnenaufgang von den Feldern in den Wald zurückkehren, läuft das ein oder andere Tier einem Jäger vor die Flinte. Dass sich die Anzahl der erlegten Tiere verdoppelt hat im Hegering ist für Schlüter ein deutliches Zeichen für die Ausbreitung des „Neubürgers“: „Wenn mehr Tiere davon unterwegs sind, ist die Chance auch höher, dass wir einen treffen.“

7000 erlegte Marderhund in Schleswig-Holstein

Und der Marderhund vermehrt sich schnell. In einem Geheck werden sieben bis neun Junge groß. Da sich der Marderhund zur Not auch von Abfällen ernährt, sind die Verluste beim Nachwuchs gering. Von einer weiteren Ausbreitung der Population ist auszugehen.

Besondere Jagd auf den Marderhund gebe es bisher nicht, sagt Schlüter. Das Tier lebt sehr heimlich und ist schwer aufzuspüren. Der Marderhund darf ganzjährig bejagt werden. Nur Elterntiere, die Junge aufziehen, sind tabu. In Schleswig-Holstein wurden im Jagdjahr 2017/18 mehr als 7000 Marderhunde erlegt – 1900 mehr als 2016/17. Zehn Jahre zuvor waren es 538.

Von Klaus J. Harm

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