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Segeberg Experten geben Entwarnung für Spielplatz
Lokales Segeberg Experten geben Entwarnung für Spielplatz
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13:13 12.07.2018
Von Lutz Timm
Mitarbeiter der Stadt Norderstedt und Experten der archäologischen Landesamtes graben einen Spielplatz um, auf dem ein mögliches NS-Massengrab liegen soll. Die Berichte bestätigten sich jedoch nicht. Quelle: Lutz Timm
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Norderstedt

Experten des Archäologischen Landesamts haben bei Untersuchungen auf einem Spielplatz in Norderstedt bisher keine Hinweise auf ein Massengrab aus der NS-Zeit gefunden. Es sei nichts entdeckt worden, was darauf hindeute, auch keine Knochen, sagte der Leiter des Landesamts, Ulf Ickerodt, am Donnerstag.

Anwohnerin berichtete von Knochen auf Spielplatz

Hintergrund der Aktion sind Hinweise einer Anwohnerin der Ende der 1950er entstandenen Norderstedter Wohnsiedlung. Die dort aufgewachsene Frau hatte berichtet, dass Kinder in den 60er Jahren dort immer wieder Knochen beim Spielen gefunden hätten, sagte Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek vor der Untersuchung.

Die Stadt Norderstedt sperrte den Kinderspielplatz daraufhin vorsorglich für die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Landesamt ermittelte die Verwaltung die Historie der Spielplatzfläche und hielt ein Massengrab aus der Zeit des Nationalsozialismus für eher unwahrscheinlich. 

Keine Knochen gefunden

Um auszuschließen, dass nicht doch menschliche Überreste unter der Erdoberfläche schlummern, entschlossen sich die Spezialisten vom Landesamt für eine Probegrabung. Schicht für Schicht trugen die Arbeiter die verschiedenen Sedimentschichten ab.

Am Vormittag hatten die Archäologen den Boden in einem etwa acht bis zehn Metern langen und 1,5 Meter tiefen Schnitt untersucht. Gefunden worden sei „moderner Schrott“ wie Keramikreste aus dem 20 Jahrhundert. Der Leiter des Archäologischen Landesamts, Dr. Ulf Ickerodt, konnte nach etwa zwei Stunden Bilanz ziehen. „Wir haben keine Knochen gefunden“, sagte er. 

Weiterere Ausgrabung am Nachmittag

Am Nachmittag soll ein weiterer, ähnlich langer und tiefer Schnitt untersucht werden. Auch wenn Ickerodt es für eher unwahrscheinlich hält, Überreste eines NS-Massengrabes zu entdecken, sei es wichtig, die Frage zu klären. „Wir haben da auch eine ethische Verantwortung.“

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