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Segeberg Monstertrucks ein schwieriges Geschäft
Lokales Segeberg Monstertrucks ein schwieriges Geschäft
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18:16 12.08.2018
Von Uwe Straehler-Pohl
Hoch über seinen Eltern Agata und Sven Stanke thronte der vierjährige Adrian auf dem Reifen des Monstertrucks. „Das Mitmachen war das Beste“, fand Agata, die in einem auf zwei Reifen fahrenden Auto mitfahren durfte. Quelle: Uwe Straehler-Pohl
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Kaltenkirchen

 „Seit 1782 treten die Traberts als Künstler und Gaukler auf Märkten auf“, berichtet der heutige Familienchef, der 67 Jahre alte Hans-Lutz Traber. Berühmt wurden sie mit ihrer Hochseilakrobatik, mit Fahrten auf Motorrädern in einer Höhe zwischen 40 und 200 Metern, „ohne abgesichert zu sein“, betont Hans Traber. Er selbst wagte mit fünf Jahren seine ersten Schritte auf dem Seil. Mit 38 Jahren hörte er dann auf. „Die Augen wollten nicht mehr so recht, außerdem gab es auch tödliche Unfälle in der Familie.“ Deshalb der Umstieg auf die heute Monstertruck-Show.

Doch auch die Auftritte, mit denen Traber, sein Sohn Johnny (42) und die Enkelkinder Marcel (23), Louis (17) und Johnny Junior (13) heute ihr Geld verdienen, sind alles andere als Spaziergänge. Zum „Aufwärmen“ im Wortsinn springt Louis Traber mit dem Motorrad durch einen brennenden Metallreif. Dann durchbricht er eine in Flammen stehende Holzwand. Das Publikum applaudiert heftig. Es folgen Fahrten auf einem Quad auf zwei Reifen, entweder zu einer Seite geneigt oder mit dem Heck in der Luft.

Erst bei 150 Zuschauern sind die Kosten gedeckt

Dann die Pkw-Show: Die Autos fahren eng neben- und hintereinander, zum Teil nur auf zwei Rädern. Endlich die drei Meter hohen und schweren Monstertrucks. Mit 380 und 640 PS überrollen sie Schrottautos, die fast wie unter dem gewaltigen Gewicht zusammengedrückt werden.

Auch wenn die Traber-Shows mancherorts 600 Zuschauer anlockt, sieht Hans-Lutz Traber die Zukunft nüchtern. „Zu wenig geeignete Plätze und zu viele Auflagen“, nennt er als Gründe für seine aussterbende Zunft. Der Festplatz in Kaltenkirchen sei mittlerweile eher positive Ausnahme, auch wenn die Stadt hohe Gebühren verlange. Häufig sei das Unternehmen auf Parkplätze von Einkaufszentren angewiesen, die dann aber wegen der langen Geschäftsöffnungszeiten nur kurz zur Verfügung stünden. 150 Zuschauer müssten kommen, um die Kosten zu decken. In Kaltenkirchen waren es 100 mehr. Immerhin hatten die Trabers Glück, dass es trocken blieb. „Wenn es am Tag der Show regnet, haben wir überhaupt keine Einnahmen“, so der Senior-Chef. Und von Oktober bis März sei Winterpause. Dann verkaufe die Familie auf Weihnachtsmärkten Lachs.

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