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Segeberg Neue aggressive Abzocker-Masche
Lokales Segeberg Neue aggressive Abzocker-Masche
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05:55 03.08.2013
Von Thorsten Beck
Quelle: Janssen
Bad Segeberg

Bei den Eheleuten Bruhn aus der Bismarckallee in Bad Segeberg werden die dreisten Betrüger allerdings keinen Erfolg mehr haben. Die schriftliche Einladung zu einem Ausflug am Montag, 12. August, verbunden mit den bekannten Gewinnversprechungen, haben sie sofort als unseriös erkannt und der Segeberger Zeitung zur Verfügung gestellt - damit womöglich leichtgläubigere Mitbürger noch rechtzeitig gewarnt werden können.

 Denn wer erst einmal im Bus sitzt, der dann in der Regel irgendein einsam gelegenes Gasthaus ohne Möglichkeit zum Ausstieg ansteuert, der sitzt meist auch schon in der Falle.

 Verbraucherschützer und Polizei berichten übereinstimmend von Aktionen der „Alten Holzräucherei“ quer durch das Bundesgebiet, bei denen alten Leuten nicht nur vollkommen überteuerte Nahrungsergänzungsmittel als Medikamente aufgeschwatzt werden. Um den überrumpelten Käufern von vornherein die Chance zu nehmen, vom sinnlosen Kauf wieder zurückzutreten, was ihr gutes Recht wäre, begleiten Mitarbeiter des Veranstalters sie im Auto nach Hause - direkt zu einem Geldautomaten. „Sie bestehen auf Bargeld-Zahlung und sind nach dessen Erhalt natürlich für niemanden mehr greifbar“, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Dass die Betrüger weder brauchbare Quittungen noch Kaufverträge hinterlassen, versteht sich bei dieser Art „Geschäft“ von selbst.

 Erst vorgestern haben die zuständigen Behörden noch weitere besorgniserregende Meldungen über das Vorgehen dieser Abzocker erreicht, die auf ihren Anschreiben natürlich weder Adresse noch Telefonnummer mitteilen, sondern lediglich ein Postfach angeben. Den Empfängern wird frech eingeredet, sie hätten sich ja bereits zur Teilnahme an der Tour verpflichtet und müssten bei einem Rücktritt Strafgebühren entrichten. Dabei sei es erst in diesen Tagen zu einem reichlich pietätlosen Ausrutscher der Betrüger gekommen: Einer der Senioren, der sich angeblich bereits angemeldet hat, ist bereits 2005 gestorben.

 Allein beim Ordnungsamt des Lahn-Dill-Kreises, der eine bundesweit beachtete und ständig aktualisierte Warnliste unter der Rubrik „Unseriöse Kaffeefahrten“ führt, haben sich dieser Tage etliche Geschädigte gemeldet - auch der Kreis Segeberg ist vertreten. Die Warnung über die „Holzräucherei“ wurde erstmals Ende Juni 2013 veröffentlicht und ist seither fünf Mal ergänzt und verschärft worden. Die Masche ist also hochaktuell.

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