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Segeberg Neuer Versuch gegen Wildunfälle: Blaue Reflektoren an der B206
Lokales Segeberg Neuer Versuch gegen Wildunfälle: Blaue Reflektoren an der B206
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12:40 04.01.2012
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Im Durchschnitt 33 Wildunfälle pro Jahr mit Reh-, Dam- und Schwarzwild verzeichnet die Jagdgemeinschaft Bad Bramstedt auf dem Abschnitt zwischen der Alten Schmalfelder Landstraße und der Autobahn A7. Hinzu kommen durchschnittlich acht Wildunfälle auf der Bimöhler Straße zwischen dem Ortsausgang und dem Versuchsgut Karkendamm. Nicht mitgerechnet sind Niederwild wie Hasen oder Dachse und die Tiere, die in Straßennähe verendet aufgefunden wurden und vermutlich auch einem Wildunfall zum Opfer fielen. Über Jahre, so berichtet der Sprecher der Jäger, Jörg Harm, sei versucht worden, durch Nirosta-Reflektoren, die an den Straßenbegrenzungspfeilern befestigt wurden, den Wildwechsel einzudämmen. Ohne messbaren Erfolg. Die vielerorts in die Bäume gehängten CDs sind inzwischen verboten. „Sie bewegen sich und reflektieren das Licht in verschiedene Richtungen, wodurch Autofahrer abgelenkt werden“, erklärte Harm.

Die Institute für Wildbiologie Göttingen und Dresden unternehmen nun auf ausgewählten Strecken in Schleswig-Holstein verschiedene Versuche mit Duftzäunen und blauen Reflektoren, um festzustellen, ob das wirksamere Methoden sind. Die Bramstedter Jäger bewarben sich um Teilnahme und bekamen eine Zusage, die Reflektoren zu testen. Am Sonnabendvormittag schraubten sie auf dem Teilabschnitt der B206 fünfzig Reflektoren an den Straßenbegrenzungspfählen an. Angeschienen durch Autoscheinwerfer, soll deren blau reflektierendes Licht nach neuesten Erkenntnissen das Wild davor bewahren, vor herannahenden Fahrzeugen die Straßenseite zu wechseln. Zwar würden die Reflektoren nur in den Abend- und Nachtstunden ihre Wirkung entfalten, räumt Jörg Harm ein, aber rund 90 Prozent der Wildunfälle passierten sowieso nachts. Auf der B 206 gibt es, bei Wittenborn, einen weiteren Straßenabschnitt mit den blauen Reflektoren. Deutschlandweit ist er seit mehreren Jahren im Einsatz. Nach Angaben seines Entwicklers aus Bayreuth, gingen die Wildunfallzahlen nach der Montage um bis zu 70 Prozent zurück.

Gleichzeitig mit den Reflektoren wurde bei Bad Bramstedt, allerdings nur vorübergehend, ein Messgerät installiert. Es registriert auf einem Chip die Anzahl der passierenden Fahrzeuge, unterschieden nach Pkw, Transportern und Lkw, und misst deren Geschwindigkeit. „Es werden aber keine Kennzeichen registriert“, betont Jörg Harm. Einmal in der Woche wird der Chip ausgewechselt, um durch das Göttinger Institut ausgewertet zu werden. Die Bad Bramstedter Jäger müssen weiterhin eine monatliche Meldung über Anzahl und Art von Wildunfällen abgeben. Mit insgesamt 225000 Euro wird das Projekt finanziert, an dem sich unter anderem ADAC, Landesjagdverband Schleswig-Holstein und Landesbetrieb Straßenbau beteiligen.

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