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Segeberg Nun muss jeder mit jedem reden
Lokales Segeberg Nun muss jeder mit jedem reden
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00:18 30.05.2013
Von Gerrit Sponholz
Unklare Mehrheiten schaffen Gesprächsbedarf am Wahltag im Kreishaus bei Landrätin Jutta Hartwieg (SPD, von links), Wolfgang Schnabel (FDP), Henning Wulf (CDU), Katharina Loedige (FDP).

Der Kreistag schrumpft von 64 auf 56 Sitze. Die Hälfte stellen CDU (25) und FDP (3), die zusammen zwar 49,8 Prozent erreichten, aber keine Mehrheit im Kreistag. Die andere Hälfte stellen SPD (16), Grüne (8), Linke (2) und Piraten (2). Mit der bisherigen 5-Prozent-Hürde wären Linke und Piraten herausgefallen, hätten CDU und FDP wohl ihre Mehrheit behalten.

 Stolz war CDU-Fraktionschef Dieck, dass die CDU zugelegt hat. Der Ausbau von Breitband, Straßen und Kinderbetreuung seien richtige Themen gewesen. Die „SPD-Kampagne“, mit der Kreistagswahl auch für die Wiederwahl von Landrätin Jutta Hartwieg (SPD) zu werben, „hat nicht gegriffen“. Wie viele Befragte zeigte auch er sich offen für Gespräche mit den Fraktionen. „Wir wollen nicht lange streiten.“

 Über Zugewinne freut sich ebenfalls SPD-Fraktionschefin Edda Lessing. „Wir werden in Klausur gehen und schauen, wie wir weiter Politik machen.“ Für die Wiederwahl von Landrätin Hartwieg durch den Kreistag 2014 sieht sie nun gute Chancen. „Wir wollen Stimmen auch bei den anderen Fraktionen sammeln, etwa auch mit der FDP sprechen.“

 „Das ist kein Selbstgänger, dass wir Jutta Hartwieg wählen werden“, bremst Arne Hansen, Fraktionschef der Grünen. „Die Verwaltungsspitze braucht eine Verwaltungsfachkraft, und das sind weder Hartwieg noch Dieck.“

 Die FDP ist sich ihrerseits der vermeintlichen Vorliebe für Dieck nicht sicher. „Wir müssen noch darüber reden, ob es Herr Dieck sein muss. Am liebsten hätten wir einen Parteilosen, so wie früher“, sagt FDP-Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Katharina Loedige. Die Halbierung der FDP-Prozentzahl „begeistert mich nicht“. Das gute Ergebnis von 2008 sei aber ohnehin eine Ausnahme gewesen. FDP-Fraktionschef Wolfgang Schnabel sah die Ursache für die Verluste auf Landes- und Bundesebene.

 Ähnlich arg gerupft wurde die Linke-Fraktion. „Aber sie ist weiter im Kreistag“, tröstete sich Fraktionschef Heinz-Michael Kittler. Die unklaren Mehrheitsverhältnisse gebe kleinen Fraktionen mehr Einfluss. Als neuen Landrat kann Kittler sich Hartwieg und Dieck gleichermaßen vorstellen.

 Thomas Wilken freute sich über zwei Sitze für seine Piraten. Sie ziehen erstmals in den Kreistag ein. Er will mehr Transparenz schaffen und kann sich vorstellen, dass die kleinen Fraktionen für die Landratswahl 2014 einen eigenen Kandidaten vorschlagen. Außerdem „weiß ich nicht, ob bei der SPD alle hinter Jutta Hartwieg stehen“.

 Bedauert wurde von den Parteien die niedrige Wahlbeteiligung von 45 Prozent, vor allem in Städten. „Da wünsche ich mir mehr Unterstützung durch die Schulen, die junge Menschen dahingehend ansprechen“, sagte Dieck.

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